Nachdem der Publizist Deniz Yücel im Mai dieses Jahres als Präsident des deutschen PEN-Zentrums zurückgetreten war, hatte sich bereits im darauffolgenden Monat die AutorInnenvereinigung PEN Berlin gegründet. Auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert sich die Vereinigung mit einem eigenen Programm, bietet Veranstaltungen und Lesungen zu Themen wie Krieg, Protest, Aufstand und antiautokratische Literatur. Woran dem PEN Berlin gelegen ist, umriss Yücel unlängst in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
"Iran – wo lang?"; "Literatur im Krieg"; "Schreiben gegen Autokratie" oder "Es wird jetzt ein bisschen wehtun" - die recht frisch gegründete Autorenvereinigung PEN-Berlin tritt auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse mit einem eigenen Programm auf. Neben den "Zuhause"-Veranstaltungen, die in der Halle 3.1 (Stand J49) stattfinden, bietet die Autorenvereinigung auch "Auswärts"-Veranstaltungen sowie Autor:innenlesungen (ebenfalls in Halle 3.1, J49). Worum es dem PEN Berlin dabei konzeptuell geht, hat der Journalist und PEN Berlin-Sprecher Deniz Yücel kürzlich gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) verdeutlicht. Es gehe darum, ein Forum für politische Debatten zu schaffen. "Wir wollen keine Richtungen vorgeben, sondern Meinungen austauschen, und das auf hohem Niveau", so Yücel im Gespräch.
"Wir stehen im Wort"
Er wolle Lesungen und Diskussionen organisieren, die er selbst auch gerne besuchen würde. "Das ist mein Qualitätsmaßstab. Das sehen meine Kollegen ähnlich, was sicher keine zuverlässige, aber auch keine ganz falsche Orientierungshilfe ist, um Qualitätsmaßstäbe zu entwickeln", sagte Yücel der NOZ weiter. Das alles soll auf Grundlage der PEN-Charta passieren, der sich Yücel verpflichtet sieht. "Wir stehen im Wort. Wir stehen vor allem im Wort bei den Kolleginnen und Kollegen, die Debatten nicht frei führen können, weil sie bedrängt und verfolgt werden oder im Gefängnis sitzen."
PEN Berlin noch nicht offiziell anerkannt
Bisher ist der PEN Berlin nicht nicht offiziell anerkannt. Die Vereinigung hatte sich nach den heftigen Kontroversen auf der Jahrestagung des PEN-Zentrums in Gotha, bei der Yücel als Präsident zurück- und zugleich aus dem PEN austrat, im Juni dieses Jahres neu konstituiert. Bis zur Anerkennung durch den PEN International müssen wir uns noch ein Jahr gedulden. Das ist länger, als ich anfangs gehofft hatte, aber es ist okay. Zur Versammlung vor ein paar Wochen in Schweden waren wir als Gäste eingeladen, beim nächsten Mal werden wir aufgenommen, ganz sicher", so der Publizist.
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