Literaturpreis Helge Schneider erhält "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor"

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Der Musiker und Entertainer Helge Schneider erhält den "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" für sein literarisches und sprachkünstlerisches Gesamtkunstwerk. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Den mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis erhält die Schriftstellerin Anaïs Meier. Die Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe hält die Laudatio auf den Preisträger.

Der Schriftsteller, Entertainer und Jazzmusiker Helge Schneider erhält den "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor". Der Förderpreis für komische Literatur geht an Anaïs Meier. Bild: Jörgens.mi (Wikipedia)

Helge Schneider wird mit dem "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" ausgezeichnet. Schneider sei ein Gesamtkunstwerk, "der Inbegriff des homo ludens: vorzüglich gerade auch in seiner literarischen und sprachkünstlerischen Dimension. Sein Humor ist radikal, anarchisch, grotesk, immer existenziell und damit die rettende Antithese zum deutschen Comedy‐Betrieb", heißt es in der Begründung des Stiftungsrates.

"Mit faszinierender Leichtigkeit bewegt er sich zwischen den Niederungen der Hoch‐ und den Höhen der Subkultur, zwischen Trash und Artistik, Sinn und Unsinn. Er improvisiert mit Sprach‐ und Sprechweisen und pfeift dabei auf sämtliche Gattungen, um sie auf seine höchst eigene Art zu ihrer eigentlichen Blüte zu treiben – als Roman, als Krimi, als Reisebericht oder als Autobiografie." Darüber hinaus vermittele der Entertainer mit seiner komischen Kunst ein Höchstmaß an Freiheit und Trost. Der "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Preisverleihung findet am 1. September im Kasseler Rathaus statt. Die Laudatio auf Schneider hält die Bücher-Preisträgerin Felicitas Hoppe, die den Preis im vergangenen Jahr erhalten hat.

Förderpreis für komische Literatur geht an Anaïs Meier

Auch der mit 3.000 Euro dotierte Förderpreis für komische Literatur wird am 1. September überreicht. Diesen erhält in diesem Jahr die Schriftstellerin Anaïs Meier. Den Förderpreis erhalten Autorinnen und Autoren, die sich in einer noch relativ frühen Phase ihres literarischen Schaffens befinden und auf das Komische auf einem hohen künstlerischen Niveau gestalten.

Der Stiftungsrat zeichnet Meier für ihr Kurzprosaband "Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken" sowie für ihr Debüt "Mit einem Fuß draußen" aus. Die Bücher hätten bei der Jury für "einhellige Begeisterung" gesorgt. Die Laudatio auf Anaïs Meier hält der Voland & Quist-Verleger Leif Genius.

In der Begrüßung des Stiftungsrates heißt es: "Anaïs Meier überrascht als neue, ja: unerhörte Stimme literarischer Komik. Ihre Prosa ist künstlerisch bestechend, poetisch dicht und doch leicht, lustig und zugleich ernsthaft“, heißt es in der Begründung des Stiftungsrats. „Anaïs Meier wird literarisch weiter von sich reden machen."

Helge Schneider

Helge Schneider ist Unterhaltungskünstler, Komiker, Schriftsteller und Musiker. In seinen Bühnenauftritten verbindet er Parodien und Albernheiten mit Jazzmusik. Dabei ist Improvisation ein Kernelement. Schneider verdiente in den 70er und 80er Jahren seinen Lebensunterhalt durch Auftritte mit verschiedenen Bands, als Studiomusiker, mit Kompositionsaufträgen und als Schauspieler. Unter dem Beinamen "Die singende Herrentorte" erlangte Schneider 1989 in Deutschland größere Bekanntheit. Hier trat er mit einem Bühnenprogramm auf, welches bereits alle Kernelemente seiner späteren Shows enthielt: Absurden Geschichten mischten sich mit parodistischen Schlagern und Jazzmusik. Ein Millionenpublikum erreicht Schneider 1994 mit einem TV-Auftritt bei "Wetten, dass.. ?", wo er den Song "Katzenklo" sang, der sich kurz daraufhin in den Deutschen Charts platzierte.

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