Wenn man bedenkt, dass für jeden Einwohner Deutschlands am Ende seines Lebens durchschnittlich 661 Nutztiere, Fische und andere Meerestiere nicht mitgerechnet (Quelle: Beschissatlas, Ludwig Verlag) gestorben sein werden, dann müsste man sich sofort an dieses Stoppschild ketten. Und wenn man bedenkt, dass manche von uns gar keine Tiere verspeisen, so muss es welche geben, die das Doppelte vertilgen. Ist das nicht gruselig?
Eine Nachbarin erzählte mir mal, sie hätte eine Krähe beobachtet, die einen halb abgenagten Kotteletknochen, aus der Mülltonne des angrenzenden italienischen Restaurant rausgefischt und in die Dachrinne unseres Hauses geschickt eingeklemmt, mit ihrem Schnabel so lange bearbeitete, bis der Knochen nackt wie ein Finger in den Garten purzelte. Wie gruselig ist das denn?, sagte sie und schüttelte sich, fleischfressende Vögel, in unserem Garten!!
Und ich sagte: Ja, und erst die fleischfressenden Nachbarn, hier im Haus!
Das verstand sie aber nicht, ließ mich im Treppenhaus stehen und verschwand in ihrer Wohnung.
Die Krähe ist wirklich sehr geschickt, sie macht beim Picken Geräusche wie ein Specht. Der übrigens auch in unserem Garten wohnt und Fleisch verspeist, sogar lebendiges. Vielleicht würde er die Maden, die er hinter der Baumrinde findet, gegrillt lieber fressen, aber sie stehen nun mal nicht auf der italienischen Speisekarte.
Kannibalen gibt es in unserer Nachbarschaft sicher auch, aber ich traue mich kaum, nach abgekauten Fingernägel Ausschau zu halten...
Jetzt muss ich hier gestehen, dass, obwohl ich mich größtenteils vegetarisch ernähre, ich ab und an Gelüste auf köstliche Frikadellen bekomme... Und wer jetzt auch Appetit bekommt, für den schreibe ich hier mein Rezept auf:
Man braucht ca 700 Gramm Rindergehacktes (oder halb und halb, wer es mag), 4 nicht zu kleine Zwiebeln, Meersalz (einen gestrichenen Teelöffel voll), frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, 2 rohe Eier (eins weniger geht auch) und 1 Tüte gekochten Reis.
Zuerst setze ich den Reis auf (Wurzener Langkornreis 12 Minuten eignet sich bestens dafür, aber jeder andere geht sicher auch). Dann schneide ich die Zwiebeln klein und dünste diese in Butter im kleinen Töpfchen, bis sie glasig und goldgelb werden. Während der Reis köchelt und die Zwiebeln brutzeln (und mit ihrem Duft die Nachbarn in die Küche locken), vermenge ich das Hack mit den Eiern, Salz und Pfeffer. Dann füge ich den gekochten Reis hinzu (Vorsicht, heiß!) und zum Schluß die ebenfalls heißen Zwiebeln. Aus der weichen Masse Kugeln formen und diese in nicht zu heißer Butter in der Pfanne (etwas platt gedrückt) wie gewohnt braten. Von beiden Seiten bei mittlerer Hitze ein paar Minuten, zusätzlich zum Schluss mit einem großen Deckel die Pfanne leicht schließen und noch ein paar Minuten dünsten, auf sehr kleiner Flamme.
Überraschend ist der würzig-süße Geschmack (die Butterzwiebeln!) und die angenehm weiche Konsistenz (der Reis!). Der Fleischklops zergeht im Mund.
Das Gericht sollte, je nach Größe der Familie, für 2 Tage reichen. Dazu schmeckt bestens selbstgekochter Kartoffelbrei (kinderleicht!) und in Butter gedünstete, mit etwas Wasser abgelöscht und schwarzem Pfeffer abgeschmeckte Möhren. Herrlich!
Und am Ende einer solchen Mahlzeit sage ich immer: Danke, liebes Tier, dass wir ein Stück von Dir kosten durften.
Und dann gebe ich unseren gefiederten Gartenbewohnern noch eine extra große Portion Vogelfutter aus. Aber das bekommen sie sowieso jeden Tag.
Topnews
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
100 Jahre „Der Zauberberg“ - Was Leser heute daraus mitnehmen können
Oschmann: Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“ – Umstrittene russische Übersetzung
Überraschung: Autorin Han Kang hat den Literaturnobelpreis 2024 gewonnen
Der Taucher
Sonst keine Probleme
Blut und Schokolade
Übermannt
Zeichen und Wunder
Wo der Gast König ist
Gips zu Geld machen
Die Geschäftsidee
Leben im Diorama
Männer in den Kirschen
Berlusconis Haare
Häusliche Unfälle
Verheiratete leben länger!
Zuhören und glücklich sein
Verliebt, verlobt, verheiratet
Aktuelles
Über den Sammelband „Lottery Fantasies, Follies, and Controversies. A Cultural History of European Lotteries“
Wenn Kinder zu Übersetzern werden – Constantin Film verfilmt „Mama, bitte lern Deutsch“
Judith Hermanns: Ich möchte zurückgehen in der Zeit
Leipziger Buchmesse: Zwischen Bücherrausch und Zukunftslabor
Gebrauchte Bücher: Eine Übersicht über Plattformen
Georg Büchners „Lenz“ – Ein Mensch im Übergang
Amazon Charts – Woche bis zum 22. Februar 2026 Die meistgelesenen Bücher im Fokus: Harry Potter, Dan Brown und aktuelle Bestseller im Überblick
Die Lücke im Satz – Die SWR Bestenliste im März 2026 als Gedächtnisraum
Happy Head von Josh Silver – Wellness, Wettbewerb, Wahnsinn
Your Knife, My Heart von K. M. Moronova – Dark-Military-Romance, die nicht nur „spicy“, sondern gefährlich ist
Bald ist es soweit: Die Literaturbühnen der Leipziger Buchmesse starten ins Frühjahr
Demagogie 2.0 – das alte neue Machtprinzip
Frankie von Jochen Gutsch & Maxim Leo – Ein Kater als Erzähler, ein Mensch am Rand
Alexander von Ferdinand von Schirach – Wenn ein Kinderbuch plötzlich über die großen Dinge spricht
Morgan’s Hall: Eisland von Emilia Flynn – Das Finale im Frost
Rezensionen
Morgan’s Hall: Schattenland von Emilia Flynn – Wenn Vergangenheit nicht stirbt, sondern nur leiser wird
Morgan's Hall: Schicksalsland – Glück fühlt sich in dieser Reihe nie stabil an
Morgan’s Hall: Ascheland von Emilia Flynn – Nach der großen Liebe kommt der Alltag
Morgan’s Hall: Niemandsland von Emilia Flynn – Wenn das „Danach“ gefährlicher wird als das „Davor“
Morgan’s Hall: Sehnsuchtsland von Emilia Flynn – Wenn Sehnsucht zum Kompass wird
Morgan’s Hall: Herzensland von Emilia Flynn – Wenn Geschichte plötzlich persönlich wird
Real Americans von Rachel Khong – Was heißt hier „wirklich amerikanisch“?
Ostfriesenerbe von Klaus-Peter Wolf – Wenn ein Vermächtnis zur Falle wird
Wir Freitagsmänner: Wer wird denn gleich alt werden? von Hans-Gerd Raeth – Männer, Mitte, Mut zum Freitag
Planet Liebe von Peter Braun – Ein kleiner Band über das große Wort
Die Rache trägt Prada von Lauren Weisberger – Was kommt nach dem „Traumjob“?
Der Teufel trägt Prada von Lauren Weisberger – Glamour als Arbeitsvertrag mit dem schlechten Gewissen
Box Hill von Adam Mars-Jones – Zärtlichkeit mit Stacheln