David Lagercrantz ist mit "Verschwörung - Millennium 4" immer noch in den Top Ten. Sein Durchbruch "Der Sündenfall von Wilmslow" wurde aber in Schweden längst von der Kritik begeistert aufgenommen.
Es war der Streit des Jahres: Ausgerechnet der vergleichsweise unerfahrene Autor David Lagercrantz, in Deutschland für seine Fußballer-Biographie "Ich bin Zlatan Ibrahimovic" bekannt, wurde als Autor zur Fortsetzung von Stig Larssons Millennium-Trilogie ausgewählt. Grund war allerdings Lagercrantz´ Roman-Durchbruch "Der Sündenfall von Wilmslow", der in Schweden begeistert aufgenommen wurde.
Piper veröffentlicht den Roman auf Deutsch am 14. Januar 2016.
Alan Turing als schillernde Figur
Die Handlung: Im englischen Städtchen Winslow wird mitten im Kalten Krieg der Mathematiker Alan Turing tot aufgefunden. Neben seinem Bett liegt ein mit Zyankali versetzter Apfel. Detective Sergeant Leonard Corell, selbst einst ein vielversprechender Mathematiker, glaubt nicht an Selbstmord, denn dazu war Alan Turing eine zu schillernde Figur. Während des Zweiten Weltkrieges stand Turning, der wegen seiner Homosexualität selber Repressalien unterworfen war, für den Geheimdienst tätig. Corell beginnt, das Puzzle zusammen zu setzen und stößt auf ein wohlbehütetes Geheimnis.
Dabei war David Lagercrantz bei den Recherchen zu einer Biografie zum Erfinder Hakan Lans auf Alan Turing als historische Figur gestoßen und erst da auf die Idee für seinen Roman gekommen. Der Mathematiker, der entscheidenden Anteil an der Entschlüsselung des deutschen Enigma-Codes hatte, wurde im März 1952 wegen seiner Homosexualität zur chemischen Kastration verurteilt. Turing wurde depressiv und nahm sich zwei Jahre später das Leben. Erst 2009 sprach der damalige britische Premier Gordon Brown eine offizielle Entschuldigung im Namen der Regierung für die „entsetzliche Behandlung“ Turings aus. Aber: Eine Begnadigung gab es nach einer Ablehnung im Jahr 2011 erst zu Weihnachten 2014 von der Queen selbst.
Späte Reue der Mächtigen
David Lagercrantz war nach seinen Nachforschungen "nicht nur von seinem Denken und von der Entschlüsselung der Codes in Bletchley, sondern vom Ergreifenden in seiner ganzen Gestalt, seinem Stottern und seiner gehemmten Persönlichkeit" gefesselt.
"Dennoch reifte die Idee, einen Roman über ihn zu schreiben, nur langsam, und im Nachhinein denke ich, dass die alte klassische Frage »Welcher historischen Person würdest du am liebsten begegnen?« ein auslösender Faktor war", sagt Lagercrantz. "Ein junger Journalist aus Umeå stellte sie mir, und ich behandelte sie mit einem gewissen Ernst. Wen wollte ich treffen? Irgendeine Größe der Geschichte und dastehen und vor ihrer Majestät erzittern? Nein, es wäre natürlich besser, mit ein wenig Licht aus der Zukunft zu kommen, und dann würde einer der in ihrer Gegenwart Verkannten, aber später Berühmten doch gut passen, wie Kafka oder warum nicht Van Gogh. Ich entschied mich für Turing und sagte, ich wolle an einem der letzten düsteren Tage seines Lebens in Wilmslow an seine Tür klopfen und etwas Freundliches sagen, das ein Lächeln in seinem Gesicht aufleuchten ließe. Diese Szene blieb in mir haften, und ich begann mit Recherchen zu diesem Thema."
"Der Sündenfall von Winslow" erscheint bei Piper am 14. Januar 2016 (464 Seiten, 22 €/E-Book 16,99 €/MP3 CD 19,99 €).
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