Lens: erWACHSEN

Vorlesen
cms.lslrr LESERING

Wachsen, älter werden, das Leben leben, denn irgendwann sind wir alle erwachsen.

Fehler machen, lernen und wieder fallen.

Das Leben ist ein Wandel, ein Spiel und niemand kann sich die passende Anleitung dazu beschaffen.

Erreichst du Level 18 erhältst du den Status "Erwachsen".

Aber nicht mal Erwachsen kann man schreiben ohne "Wachsen".

Diejenigen, die sagen sie sind erwachsen, haben sich selbst in sich eingesperrt und dort verrotten lassen.

Denn die, die ihr Leben leben als würden sie nie vollständig erwachsen, werden auch noch ganz am Ende des letzten Levels sagen, dass sie nie eine Entscheidung bereut haben.

Denn zu wachsen beginnen wir erst bewusst mit der Entscheidung das Leben selbst zu leben oder es der Gesellschaft anzupassen.

Wie man glücklich wird ist einem selbst überlassen, jedoch sollte man bedenken was man im Begriff ist zu verpassen.

Malt man es sich schwarz und weiss oder ist man mutig genug auch die Grautöne auf sich wirken zu lassen.

Denn wer das Grau wahrnimmt, wird es auch schaffen die vielen hellen Farben zu sehen, welche sich daraus erschliessen lassen.

Man sollte es sich jedoch nicht bunter malen als es ist, das Leben, egal wie schön die Farben sind wenn man sie wahrnimmt, wird dich auch die dumpfen, dunklen und stechenden Spektren nicht vergessen lassen.

Egal wo Licht ist, ist auch Schatten.

Das sollte sich nicht vergessen lassen

Dennoch sieht man oft nur das, was man sehen will oder sich erhofft und so lügt man sich die Welt zu bunt und öffnet man dann doch die Augen, will man das was man sieht doch lieber gar nicht glauben.

Der Realist sieht das Grau, so wie das Schwarz und Weiss, doch die Farben bleiben ihm verborgen.

Der Denker sieht das selbe auch, ist jedoch zu sehr in seinem Kopf gefangen, so bleibt seine Meinung der Welt verborgen.

Der Träumer träumt von diesen Farben, doch fürchtet sich vor den dunklen Sorten und wird sie daher weiterhin für sich in seinem innern horten.

Der Kritiker beobachtet von aussen, ohne eigenen Einfluss und Verantwortung zum gesehenen, geschehenden nehmen zu wollen.

Die meisten können sich, wenn man ehrlich zu sich ist, in eine dieser Kategorien unterordnen.

Es gibt kein richtig und kein Falsch, doch trotzdem mache ich mir Sorgen, dass die Welt, so schön sie ist, übermannt wird von den dunklen Orten.

Denn das leugnen und verdrängen setzt uns jedes mal, wenn man ehrlich sein will, ganz leise, unbemerkt und unbewusst ein Bild so reich beschickt an Schönheit über die Abnormen, die wir nicht sehen und verschwinden lassen wollen und uns unterbewusst, von uns beauftragt, verborgen bleiben sollten.

Wenn man das erkennt und wahrnimmt ist man ein kleines Stück weiter über die schwerste Hürde des Lebens gekommen: die Akzeptanz von sich selbst und seinen Sorgen.

Wachsen bedeutet nicht älter und vernünftiger zu werden, wachsen bedeutet leben zu wollen.

Die dunklen Farbtöne zu sehen, nicht zu ignorieren, aber sich zu entscheiden nicht selbst diesen Weg zu gehen.

Zu sehen dass die Welt nicht in den Farben gemalt ist, in denen sie uns am besten gefällt, wir aber in der Hand haben welche Farben wir benutzen um unseren Handabdruck auf ihr zu hinterlassen bevor wir gehen.

Zu wollen die eigenen Ängste und Befürchtungen, die uns am wachsen hindern wollen, zu sehen zu akzeptieren und zu lernen mit ihnen zu leben und die stetigen Veränderungen anzunehmen.

Zu leben bedeutet zu sehen, das Schwarz und Weiss sehr wohl existieren, sich dazwischen jedoch ein Universum an Grautönen, sowie an Farben befindet, welche die beiden voneinander distanzieren.

ErWACHSEN werden bedeutet selbstverständlich auch Verantwortung zu übernehmen.

Ob man will oder nicht, jeder hat die Verantwortung für sein eigenes Leben.

Und ist man mit sich selbst im reinen wird man schnell bemerken, man ist nicht Kritiker oder Realist, man ist ein Stück von beidem.

Nicht von beidem, sogar mehr sowohl von allem und noch mehr;

Man ist Dichter und auch Denker. Geschichtenschreiber, Weltenlenker.

Kritiker und Befürworter.

Träumer und auch Realist.

Man widerspricht sich förmlich selbst, bei allem was man ist.

Doch hat man das bemerkt, dann wird die Last, die Angst vor dem erWACHSEN werden, gar nicht mal so schwer.

Und man wir beim Letzten Level sagen, ich hab mein Leben gelebt bis zu den letzten Tagen.

Gefällt mir
1
 

Weitere Freie Texte

Freie Texte

Geschichte: Dilara Sophie Schömer

Eilig rannte ich durch das hohe Gras. Es war schon Nachmittag, bald würde die Sonne untergehen. Doch jetzt strahlte diese noch hell genug, dass ich die Landschaft unter mir sah und nicht hinfiel. Als ich jedoch das Feld hinter mir gelassen hatte und in den dichten Wald rannte, wurde es schlagartig dunkel und man sah nur wenig vom Boden, woraufhin ich auf jeden meiner schnellen Schritte achtete, nicht auszurutschen. Doch das war ziemlich schwer, denn gleichzeitig schaute ich regelmäßig nach ...
Freie Texte

Lächelndes Mädchen: Pia Reichstein

Das Lächelnde Mädchen siehst du in mir, Aber wenn ich ihn den Spiegel schaue sehe ich nur die Fehler an mir. Die unproportionale Nase,der Körper der nicht richtig ins Bild passen will ,die Daumen die ich täglich verstecke. Das alles was du nicht siehst, weil du siehst nur das lächelnde Mädchen in mir. Das das glücklich und zufrieden ist. Das das selbstbewusst wirkt. Aber das das bin nicht. v Den hinter dieser Maske da ist ein zerbrechliches, verletztes Mädchen was sich Abends in den Schlaf weint ...
Freie Texte

Jana Mühlbach: „Für immer Jetzt“ – ein Song in Erinnerung an Richard

Intro Ich sitze hier, schreibe und weine, weil ich dich spür. Unsre Zeit war so kurz, ein kurzer Augenblick - der für immer bleibt. 1. Ich wünsche mir, ich könnte noch einmal deine Lippen spüren, deinen warmen, weichen Duft riechen, deine Haare spür ́n in meinem Gesicht. So gerne würde ich noch einmal deine Stimme hören, so warm, so tröstend - in ihrem Klang fühlte ich mich zu Hause, so wohlig, so vertraut. Refrain Wir leuchteten zu zweit, ein helles Licht - in der Dunkelheit. Ein kurzer ...
Nano Banana by Lesering
Freie Texte

Gabriele Ludwig: Der Weihnachtsmannassistent

„Eine schöne Adventszeit“, buchstabierte Emma. Sie hielt die Karte in der einen Hand und in der anderen eine Schachtel, die mit Sternen bedruckt war. „Das lag vor unserer Wohnungstür“, sagte sie und zeigte ihrem Bruder beides. Tom war froh, seine Hausaufgaben unterbrechen zu können. Emma war immer viel schneller damit fertig als er und lesen konnte sie mit ihren sieben Jahren auch ziemlich gut. „Gib mal her“, sagte Tom. Er besah sich die Karte. Es war kein Absender zu sehen, aber eine ...

Aktuelles