Am 31. Dezember 2024 wird der traditionsreiche Verein Litprom e.V. nach über 40 Jahren seine Arbeit einstellen. Die Auflösung des Vereins, der seit seiner Gründung 1980 die Förderung übersetzter Literatur aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt zum Ziel hatte, markiert das Ende eines wichtigen Kapitels in der deutschen und internationalen Literaturlandschaft. Trotz der zentralen Bedeutung dieser Arbeit konnte keine nachhaltige Finanzierung der Geschäftsstelle gesichert werden, weshalb sich die Mitglieder schweren Herzens für die Auflösung entschieden.
Doch die Werte und Ziele, die Litprom ausgemacht haben, bleiben erhalten: Die Frankfurter Buchmesse übernimmt die zentralen Projekte und wird sie ab dem 1. Januar 2025 weiterführen.
Litprom e.V.: Eine Bilanz von über 40 Jahren literarischem Engagement
Seit der Gründung von Litprom war die Sichtbarmachung literarischer Stimmen aus dem Globalen Süden ein zentrales Anliegen. Der Verein unterstützte Autoren, Übersetzer und Verlage durch zahlreiche Programme und Initiativen. Besonders hervorzuheben sind das Übersetzungsförderungsprogramm, das vielen Werken aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt den Zugang zum deutschen Buchmarkt ermöglichte, sowie die "Weltempfänger"-Bestenliste, die literarische Empfehlungen für Leser bereitstellte, die über den westlichen Kanon hinausblicken wollten.
Der Verein hat durch die Förderung kultureller Vielfalt und interkulturellen Austauschs nicht nur die deutsche Literaturlandschaft bereichert, sondern auch Brücken zwischen Kulturen gebaut. Diese Bemühungen wurden von einer engen Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse begleitet, die von Beginn an ein wichtiger Unterstützer und Kooperationspartner von Litprom war.
Wie es mit den Projekten weitergeht
Ein bedeutender Aspekt der Auflösung ist, dass die zentralen Projekte von Litprom nicht verloren gehen. Die Frankfurter Buchmesse, die weltweit größte Messe für Bücher und Literatur, wird die wichtigsten Initiativen übernehmen. Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter von Litprom, Petra Kassler und Marcella Melien, wechseln in das Team Internationale Projekte der Buchmesse. Damit bleibt die Expertise erhalten und wird in einen neuen organisatorischen Rahmen eingebettet.
Schlüsselprojekte, die fortgeführt werden:
-
Übersetzungsförderungsprogramm: Dieses Programm wird weiterhin Übersetzungen aus den genannten Regionen fördern, wodurch wichtige literarische Stimmen im deutschsprachigen Raum Gehör finden.
-
Internationale Kooperationen: Die Zusammenarbeit mit Verlagen, Autoren und Institutionen weltweit wird unter dem Dach der Buchmesse intensiviert.
-
"Weltempfänger"-Bestenliste: Diese Liste, die herausragende Werke aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt vorstellt, wird neu konzipiert und in einem aktualisierten Format fortgeführt.
-
Vermittlungsformate: Lesungen, Diskussionen und Netzwerktreffen, die Autoren und Verlegern eine Plattform bieten, bleiben ebenfalls Teil der Arbeit der Buchmesse.
Frankfurter Buchmesse als neue Heimat der Litprom-Ideen
Die Entscheidung, Litprom in die Strukturen der Frankfurter Buchmesse zu integrieren, verdeutlicht die anhaltende Relevanz der Förderung globaler Literatur. Die Buchmesse bietet durch ihre internationale Reichweite und ihre etablierten Netzwerke ideale Voraussetzungen, um die bisherigen Initiativen von Litprom weiterzuführen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Diese Integration spiegelt auch den langfristigen Trend wider, dass Institutionen und Projekte verstärkt auf größere Organisationen angewiesen sind, um nachhaltig arbeiten zu können. In diesem Fall wird nicht nur die Arbeit von Litprom fortgeführt, sondern auch ein Signal für die Bedeutung kultureller Vielfalt auf dem Buchmarkt gesetzt.
Und weiter?
Die Fortführung der Litprom-Projekte innerhalb der Frankfurter Buchmesse ist ein Hoffnungsschimmer für alle, die sich für eine diverse Literaturlandschaft einsetzen. Es zeigt, dass die Bemühungen um die Sichtbarmachung von Literatur aus dem Globalen Süden nicht aufhören, sondern in einem neuen Rahmen weitergeführt werden. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, langfristige Finanzierungsmodelle für kulturelle Initiativen zu entwickeln, um deren Unabhängigkeit zu sichern.
Für Leser, Übersetzer und Autoren, die von Litproms Arbeit profitierten, ist die Fortsetzung dieser Arbeit ein Zeichen dafür, dass die Ziele und Werte des Vereins auch nach dessen Auflösung Bestand haben. Die Frankfurter Buchmesse bietet die Möglichkeit, die Arbeit weiterzuentwickeln und auf einer globalen Bühne zu präsentieren.
Topnews
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
100 Jahre „Der Zauberberg“ - Was Leser heute daraus mitnehmen können
Oschmann: Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“ – Umstrittene russische Übersetzung
Überraschung: Autorin Han Kang hat den Literaturnobelpreis 2024 gewonnen
Comic-Boom beim Ehrengast
Salman Rushdie bei der lit.COLOGNE 2026
Frankfurter Buchmesse 2025: Eröffnung, Öffnungszeiten und erste Debatten
Eine Frage des Gewichts: Clemens Meyer, Buchpreise und das literarische Ungleichgewicht
UNESCO und IBBY sammeln Werke in indigenen Sprachen
Ein Kanon in Bewegung – SPIEGEL: Die 100 Wichtigsten der Weltliteratur 1925-2025
„Ich klage an“ – Kafkas „Brief an den Vater“ kehrt nach Marbach zurück
Seltenes Originalmanuskript von „Der kleine Prinz“ wird in Abu Dhabi für Millionen versteigert
Han Kang: Literaturnobelpreis 2024 und Erfolg für den Aufbau Verlag
Julja Linhof gewinnt den ZDF-"aspekte"-Literaturpreis 2024 mit Krummes Holz
Die Spannung steigt: In wenigen Minuten wird der Literaturnobelpreis 2024 verliehen!
Ankündigung: "The Grays" – Eine Moderne Adaption von "Das Bildnis des Dorian Gray"
Veronesis Absage als Protest gegen den Ausschluss von Roberto Saviano
Kafka. Um sein Leben schreiben
Literaturverfilmung "Im Westen nichts Neues" geht für Deutschland ins Oscar-Rennen
Aktuelles
Siri Hustvedts „Ghost Stories“ als Literatur der Beziehung
Nachhaltig und günstig lesen: So geht's!
Literaturpreis der deutschen Wirtschaft 2026: Drei Autoren auf der Shortlist
Der Koffer der Milena Jesenská – Ein Fundstück aus dem Schatten Kafkas
„The Bride! – Es lebe die Braut“
„Die Erschöpften“ – Oliver Sturms Hörspiel über eine müde Gesellschaft gewinnt den Deutschen Hörbuchpreis 2026 in der Kategorie „Bestes Hörspiel“
Selfpublishing-Buchpreis 2025/26: Neun Bücher im Finale auf der Leipziger Buchmesse
Marc Elsberg Eden Rezension: Wenn das Sterben beginnt
„The Darlington – Logan & Rose“ – Laura Kneidl krönt ihre Hotel-Saga
Das letzte Kind hat Fell von Tessa Hennig – Wenn der Ruhestand plötzlich bellt
NDR Sachbuchpreis 2026: Die Suche nach den Büchern, die unsere Zukunft erklären
Michael von Kunhardt Mentalgiganten: Was wahre Stärke wirklich ausmacht
Deutscher Buchhandlungspreis: Preisverleihung abgesagt – PEN warnt vor politischer Einflussnahme
Das „Literarische Quartett“ am 13. März 2026
Schilddrüse im Gleichgewicht – Ein Buch, das vielen Betroffenen endlich Antworten liefert
Rezensionen
Happy Head von Josh Silver – Wellness, Wettbewerb, Wahnsinn