Die deutsche Literaturverfilmung "Im Westen nichts Neues" gilt als großer Gewinner der diesjährigen britischen Filmpreise. Insgesamt hat die auf Erich Maria Remarques gleichnamigen Roman zurückgehende Produktion sieben BAFTAs erhalten, unter anderem in den Kategorien "Bester Film" und "Bester nicht-englischsprachiger Film"
Literaturverfilmung "Im Westen nichts Neues" räumt bei den britischen Filmpreisen ab
Das deutsche Kriegsdrama "Im Westen nichts Neues" von Regisseur Edward Berger wurde bei den diesjährigen britischen Filmpreisen insgesamt siebenmal ausgezeichnet. Punkten konnte das Remake unter anderem in den Kategorien "bester Film", "beste Regie", "bester nicht-englischsprachiger Film" und "bester Hauptdarsteller". Der Komponist Volker Bertelmann wurde darüber hinaus fpr seine Filmmusik ausgezeichnet. Die sogenannten BAFTA-Awards zählen nach den Oscars - die in knapp drei Wochen, am 12. März, vergeben werden - und den Golden Globes zu den wichtigsten Auszeichnungen in der Filmbranche.
"Was für ein Abend, ich kann es nicht glauben" schwärmte Regisseur Edward Berger, der sich in seiner Rede bei seiner Tochter Matilda bedankte, die den Roman "Im Westen nichts Neues" in der Schule gelesen und ihn davon überzeugt habe, den Stoff neu zu verfilmen. Auch Produzent Malte Grunert zeigte sich vollkommen überrascht und bezeichnete die Verleihungen als "unglaublich".
"Im Westen nichts Neues" gewannt in den Kategorien: "Bester Film"; "Bester nicht-englischsprachiger Film"; "Beste Regie"; "Bestes adaptiertes Drehbuch"; "Beste Filmmusik"; "Beste Kamera" und "Bester Ton".
Ein Blick auf die Oscars
Insgesamt war "Im Westen nichts Neues" in 14 Kategorien nominiert. Damit war das Kriegsdrama einer der ausländischen Filme mit den meisten BAFTA-Nominierungen in der britischen Filmgeschichte. In der Top-Kategorie konnte sich der Film gegen Favoriten wie "The Banshees of Inisherin", "Elvis", "Everything Everywhere All At Once" und "Tár" durchsetzen. In der Kategorie "Bester Regie" galten Martin McDonagh, Park Chan-wook, Todd Field, Gina Prince-Bythewood sowie das Regie-Duo Daniel Kwan und Daniel Scheinert als große Konkurrenten.
Der große Erfolg bei den BAFTAs lässt optimistisch auf die Oscar-Verleihung am 12. März blicken, wo "Im Westen nichts Neues" in insgesamt neun Kategorien nominiert ist. Mit Blick auf die vergangenen Jahre lässt sich allerdings sagen, dass die britischen Filmpreise bislang nur selten spätere Oscar-Gewinner ankündigten.
Kulturstaatsministerin Claudia Roth erklärte, der Film sei jetzt bereits einer der größten Erfolge der deutschen Filmgeschichte. Sie fügte hinzu: "Es ist leider der richtige Film zur richtigen Zeit, denn er thematisiert auf erschütternde Weise die Schrecken eines Krieges mitten in Europa"
Erich Maria Remarque - "Im Westen nichts Neues"
Erich Maria Remarque zeigt in seinem 1929 erschienen Roman "Im Westen nichts Neues" die Gräuel des Ersten Weltkriegs aus der Sicht des jungen Soldaten Paul Bäumer, der an die Westfront verlegt wird. Von den patriotischen Reden ihres Lehrers angestachelt, meldete sich Pauls gesamte Klasse freiwillig für den Kriegsdienst. Dass die patriotischen Schulhofreden ihres Lehrers wenig mit der grauenhafte Realität des Krieges zu tun haben, erfahren die Jungs bereits während der Grundausbildung. Die Erlebnisse an der Front verändern Paul nachhaltig. Mit Freunden und Familie kann er während eines Heimataufenthaltes nicht über seine Erfahrungen sprechen, so dass er, enttäuscht und gebrochen, zu seinen Kameraden zurückkehrt, die Familienersatz geworden sind. Bald wird Pauls Gruppe aufgetrieben. Einer nach dem anderen stirbt im Gefecht. Letztlich wird auch Paul tödlich getroffen.
Edward Berger ist mit seiner Verfilmung eine kongeniale Übersetzung des Romans gelungen, die nich nur das Grauen, sondern auch die Gefräßigkeit und menschenverachtende Steigerungslogik des Krieges abbildet. Berger geht dabei mit den einzelnen Elementen der Romanvorlage recht locker um, trifft im Kern aber Remarques´ Absicht. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, wurde der Film hierzulande positiv rezipiert.
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