Kai Diekmann, ehemaliger Chefredakteur der Boulevardzeitung "BILD", arbeitet an einem Buch über seine Jahre beim Springer-Konzern. Erscheinen soll der Titel im kommenden Jahr. Laut Verlag erwarten uns Erzählungen über Schlagzeilen, Staatsaffären und Skandale. Ein nächster Blick hinter die Kulissen von Deutschlands auflagenstärkster Tageszeitung.
Sechzehn Jahre lang stand Kai Diekmann an der Spitze der Boulevardzeitung "BILD", wo er von 2001 bis 2017 als Chefredakteur tätig war. Über seine Erfahrungen, Eindrücke und Begegnungen innerhalb dieser Position schreibt Diekmann derzeit ein Buch, welches im ersten Halbjahr 2023 bei der Deutschen Verlags-Anstalt erscheinen soll. Dies teilte die Penguin Random House Verlagsgruppe am vergangenen Donnerstag mit. Der Titel der Memoiren steht noch nicht fest.
Laut der Verlagsgruppe erwartet uns eine "detailreiche und rasante Erzählung über Schlagzeilen, Staatsaffären und Skandale", innerhalb derer Diekmann von Begegnungen mit Politikern, Entscheidern und Prominenten spricht. Während seiner Zeit als BILD-Chef, so heißt es in der Ankündigung weiter, habe er wie kein anderer seiner Vorgänger das Boulevardblatt geprägt und zu einem der einflussreichsten politischen Medien der Berliner Republik entwickelt.
"BILD" macht keine Freunde
Klar ist, dass die Arbeit bei der BILD-Zeitung - zumal als Chefredakteur - kein Garant dafür ist, außerhalb der eigenen Redaktion besonders viel Freundschaften zu knüpfen. Der populistische, reißerische Ansatz des Blattes, die Lust zur schnellen, provozierenden Headline sowie die Historie der Zeitung selbst verweisen nicht unbedingt auf journalistisches Feingefühl. Das "BILD" keine Freunde macht, weiß auch Diekmann: "Mir war immer klar, wer einen Beliebtheitspreis gewinnen will, darf nicht BILD-Chefredakteur werden", so der Journalist.
Unklar ist, ob Diekmann in seinem Buch die Geschichte der "BILD"-Zeitung bis in die Gegenwart hinein verfolgen, oder ob es explizit bei seiner eigenen Geschichte bleiben wird. Interessant wäre in jedem Fall ein Blick auch auf jüngere Entwicklungen des Blattes, wie etwa den Missbrauchsskandal um Ex-Chefredakteur Julian Reichelt, der nach sich mehrenden Vorwürfen im Herbst 2021 seinen Posten aufgeben und das Blatt verlassen musste.
Zur Person: Kai Diekmann
Kai Diekmann wurde am 27. Juni 1964 geboren. Bereits als Bielefelder Gymnasiast interviewte er hochkarätige Persönlichkeiten wie etwa Helmut Kohl für die von ihm gegründete Schülerzeitung "Passepartout". Wenig später gelangte er über ein Volontariat beim Axel Springer Verlag ins Gefilde des deutschen Journalismus. 1998 folgte die erste Chefredakteur-Position bei der "Welt am Sonntag", am 1. Januar 2001 dann der Chefredaktuersposten der "BILD", den er bis 2015 besetzte. Anschließend war Diekamnn als Herausgeber des Blatts tätig, übernahm die Führung der Chefredakteure und entwickelte die Marke "BILD" suggestive weiter. 2017 beendete er auf eigenen Wunsch seine Karriere bei dem Tageblatt. Seither ist Diekmann an anderen Projekten beteiligt. So ist er beispielsweise Mitgründer der Social-Media-Agentur "Storymaschine".
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