Der Illustrator und Autor Raymond Briggs schuf Meisterstücke der Kinderliteratur. Aus seiner Feder stammen Werke wie "Oje, du fröhliche" oder "Der Schneemann". Auch Erwachsende konnten und können in Briggs´ feinsinnigen Büchern einiges finden. Jetzt ist der Zeichner im Alter von 88 Jahren gestorben.
Der Zeichner und Autor Raymond Briggs ist am Dienstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Dies teilte der Verlag Penguin Random House unter Berufung auf Briggs´ Familie mit. Briggs schuf Werke für groß und klein. Seine Bilderbücher, Graphic Novels und Animationen sind stets facettenreiche Werke, die sowohl feinen Humor als auch eine tiefe Ernsthaftigkeit aufweisen. Briggs bekanntestes Werk ist wohl die Traum- und Reisegeschichte "Der Schneemann", die 1978 erschien und sich in aller Welt 5,5 Millionen Mal verkaufte. Doch erzählte der Autor und Zeichner auch von drohenden Zeiten und Gefahren. In dem 1986 erschienenen Zeichentrickfilm "Wenn der Wind weht" zeigt er das Schicksal eines Ehepaares vor uns nach der Atomkatastrophe. Der Film erschien wenige Monate nach dem Nuklearunglück von Tschernobyl.
Grundlegende Menschheitsfragen
In einem Statement der Familie des Zeichner hieß es: "Wir wissen, dass Raymonds Bücher von Millionen Menschen in aller Welt geliebt wurden, die traurig sein werden, diese Nachricht zu hören". Briggs habe Zeichnungen von Fans, vor allem Kindern, an seiner Wand aufgehängt und sehr wertgeschätzt. "Er hat seinen Humor und seine Verrücktheit mit seiner Familie und dem Kreis seiner Künstlerfreunde geteilt – bei Treffen, Verkleidungsfeiern und Sommerpicknicks im Garten."
Francesca Dow, die beim Verlag Penguin Random House für Kinderbücher zuständig ist, bezeichnete Briggs Bücher als bildliche Meisterstücke, die einige der grundlegendsten Fragen aufwerfen und sich mit der Frage auseinandersetzen, "was es bedeutet, Mensch zu sein, und mit Illustrationen und einer bemerkenswerten Sparsamkeit von Worten sowohl Erwachsene als auch Kinder ansprechen"
Raymond Briggs
Raymond Briggs wurde 1934 in Wimbledon geboren. Er studierte Typografie und Malerei in Wimbledon und in London, wo er 1957 seinen Abschluss an der Slade School of Fine Art machte. Für seine Bücher und Illustrationen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Sein bekanntestes Werk "Der Schneemann" wurde 1982 verfilmt. Außerdem wurden die Werke "Wenn der Wind weht" (1986), "Fungus der Bogeymann" und die Geschichte von Briggs Eltern "Ethel & Ernest" filmisch adaptiert.
Topnews
Unser Geburtstagskind im Juli: Franz Kafka und die Kunst, sich nicht zurechtzufinden
Unser Geburtstagskind im Juni: Thomas Mann und die brüchige Ordnung der Welt
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Grimms Märchen – Zuckerwatte, Wolfsgeheul und ganz viel „Noch eins!“
Zum Tod von Helme Heine (1941–2025)
"Wimmelbuch"-Erfinder Alfons "Ali" Mitgutsch im Alter von 86 Jahren gestorben
Juli Zeh und Saša Stanišić: Wie ist es, ein Kinderbuch zu schreiben?
Die Autorin mit dem Skalpell-Pinsel
Unsere Weihnachts-Buchtipps für Kinder
Große Frauen, kleine Heldinnen
Warum «Schlich ein Puma in den Tag» zu den außergewöhnlichsten Kinderbüchern des Jahres gehört
Zwischen Vers und Verwandlung – Fitzebutze als poetische Kindheitsform
Weihnachten in Bullerbü– Astrid Lindgrens Bullerbü als Bilderbuch
Astrid Lindgrens „Tomte Tummetott“ – Ein Weihnachtsbuch ohne Lametta
Freunde von Helme Heine
Rabimmel Rabammel Rabum – St. Martin und Laternenfest
Deutscher Jugendliteraturpreis 2025: Zwischen Regentag und Radikalität
Deutscher Kinderbuchpreis 2025: Kinder entscheiden – Shortlist steht fest
Aktuelles
Wer hat Angst vorm Märchen?
Böse Stunde von Catherine Shepherd – Wenn die Zeit zur Tatwaffe wird
Hotlist 2026: Dreißig Bücher gegen die Gleichförmigkeit
Als wir träumten von Clemens Meyer
Donald Duck im Ruhrgebiet: Micky Maus Magazin 17/26 schickt die Kult-Ente auf eine außergewöhnliche Reportage
Stuttgarter Buchwochen 2026 setzen auf Bestseller, Leseförderung und neue Formate
Julia Bielenberg über Bildung: Die erste Schule heißt Familie
Shortlist zum Deutschen Kinderbuchpreis 2026 veröffentlicht: Zehn Bücher hoffen auf die Auszeichnung
Monika Helfer ist tot
Deutscher Buchpreis 2026: Die SWR-Favoriten stehen fest
Elle Kennedy: Das Phänomen ihres Erfolges – warum ihre Romane eine Generation erreichen
Amazon Charts Belletristik: Harry Potter dominiert die meistgelesenen Bücher – Freida McFadden erobert die Verkaufscharts
Die Psychiaterin von Freida McFadden: Ein Haus voller Stimmen – und keine davon sagt die ganze Wahrheit
Maggie Nelson: The Slicks – Sylvia Plath, Taylor Swift und die Erfindung weiblicher Genialität
Nachtschatten von Kristina Ohlsson: Ein atmosphärischer Schwedenkrimi zwischen Familiengeheimnissen und tödlichen Wahrheiten
Rezensionen