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ARD Titel, Thesen, Temperamente: Der Debütroman "So forsch, so furchtlos" der Spanierin Andrea Abreu

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In Spanien hatte Andrea Abreu´s Debütroman "So forsch, so furchtlos" kurz nach seinem Erscheinen für Furore gesorgt. Quasi über Nacht avancierte die 1995 im Nordwesten der Kanareninsel Teneriffa geborene Autorin zum neuen Shootingstar der spanischen Literatur. Jetzt erscheint ihr fulminantes Debüt bei Kiepenheuer & Witsch auf Deutsch. "So forsch, so furchtlos" wird Thema in der kommenden Ausgabe von "ttt - titel, thesen, temperamente" sein.

In der kommenden Ausgabe "ttt - titel, thesen, temperamente" geht es unter anderem um den demnächst auf Deutsch erscheinenden Debütroman "So forsch, so furchtlos" von Andreas Abreu. Bild: ARD/Herby Sachs

Als die spanische, damals 25-jährige Schriftstellerin Andrea Abreu 2020 ihren Debütroman "So forsch, so furchtlos" veröffentlichte, landete sie damit einen riesigen Überraschungserfolg. Die spanische Presse feiert das Buch beinahe ausschließlich, hymnische Kritiken waren zu lesen, das englische Literaturmagazin "Grant" kürte Abreu zu einer der besten jungen spanischsprachigen AutorInnen. Bis dato hatte Andrea Abreu einige Gedichtbände und ein Fanzine über die Blutung der Frau veröffentlicht. Jetzt stand sie als der neue Shootingstar der spanischen Literatur im Rampenlicht.

Am 7. Juli erscheint die Deutschübersetzung des Romans bei Kiepenheuer & Witsch. "ttt - titel, thesen, temperamente" wirft in der kommenden Ausgabe (Sonntag, 3. Juli 2022, 23:05 Uhr) einen genaueren Blick auf den Roman.

"So forsch, so furchtlos"

Darin erzählt Andrea Abreu die Geschichte zweier junger Mädchen, die kurz vor der Pubertät stehen. Sie leben im Norden von Teneriffa, auf der Schattenseite des Urlaubsparadieses fernab der Touristen. Der Juni ist brennend heiß, und die beiden Freundinnen wissen vor Langeweile nicht wohin mit sich. So erträumen sie sich ein schönes Leben mit schicken Autos, glänzenden BMWs, wie sie die Touristen fahren, deren Ferienhäuser ihre Mütter reinigen müssen. In den kommenden Monaten wird sich im Leben der Erzählerin eine tiefgreifende Veränderungen vollziehen, eine innere Katastrophe sich bahn brechen, die die Beziehung zu ihrer geliebten Freundin auf die Probe stellt. Aus Bewunderung und schwelender Liebe wird quasi über Nacht ein schmerzhaftes sexuelles Erwachen. Verzweifelt versucht sie, mit der bewunderten besseren Hälfte - Isora - Schritt zu halten, muss aber feststellen, dass das Erwachsen-werden ein Prozess ist, den man allein durchlaufen muss. Das eine Jahr, was die beiden trennt, erscheint in diesem Prozess unendlich lang.

"Ich hatte oft Lust, die Dinge dreckig zu machen..."

Die anfängliche Unterordnung wird zur Besessenheit, die Bewunderung zunehmend erotisches Verlangen. "Von den kleinen Mädchen wird erwartet, dass sie besonders sauber und rein daherkommen", sagt Andrea Abreu. "Ich hatte aber oft Lust, die Dinge dreckig zu machen, und dass auch die Welt ein weniger sauberer Ort wird. Allein schon deshalb, weil das Sauberkeitsgebot für Mädchen eine große Einschränkung bedeutet."

Andrea Abreu zeigt in ihrem Debüt ein wenig bekanntes Teneriffa fernab der Touristenstrände. "Ich war in meiner Kindheit weit weg von den Touristenorten im Süden der Insel. Meine Kindheit war ein wenig einsam, aber das hat wohl meine Kreativität gefördert." Sie schreibt in der Sprache ihrer Jugend, wie sie sie von ihrer Großmutter gehört und übernommen hat: ursprünglich und unverfälscht. Detailversessen schildert Abreu die Geheimnisse eines Lebens, dass voll ureigener Energie und Kraft ist, und vor Wildheit zu vibrieren scheint. Um einen solchen Effekt, solch eine Lebendigkeit herstellen zu können, benötigt es Konzentration. Sie interessiere sich immer weniger dafür, eine Weltbürgerin zu sein, so die Autorin. "Ich bin lieber eine 'Zauberin des Norderns', eine 'Maga', wie die Leute in meiner Heimat sagen. Schreiben bedeutet für mich, in die Tiefe zu gehen, und das schaffe ich nur, wenn ich mich auf meine Umgebung konzentriere. Dank dieser Verwurzelung fühle ich mich lebendig und einzigartig."

Außerdem bei "ttt - titel, thesen, temperamente"

Außerdem werden folgende Themen Schwerpunkte der nächsten Ausgabe "ttt - titel, thesen, temperamente" sein.

  • Henry Kissinger: Über Staatskunst in Zeiten von Krise und Umbruch
  • Erec Brehmers Film "Wer wir gewesen sein werden": Eine Liebesgeschichte über den Tod hinaus
  • Jochen Distelmeyer: Ein ganzes, neues Album mit "Gefühlten Wahrheiten".

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