Anlässlich des 200. Geburtstag des russischen Schriftstellers
Fjodor M. Dostojewki, bringen das Thalia Theater und das Schauspielhaus in Hamburg die Stücke "Der Idiot" (Thalia Theater) und "Die Brüder Karamasow" (Schauspielhaus) auf die Bühne.
Es sind wohl die größten psychologischen Romane die jemals geschrieben worden sind. Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski blickte in die Seelen der Armen und Reichen, der "Erniedrigten und Beleidigten", er lotete die Schwächen und Abgründe, das Begehren und Aufbegehren innerhalb der Bevölkerung aus. Er schrieb über die Schrecken des Russischen Nihilismus, entwarf Figuren, die, längst außerhalb des gesellschaftlichen Treibens stehend, in Kellerlöchern brüten und ihre Nichtigkeit besingen. Vor allem sind es immer wieder die seligen, eindringlichen und aufwühlenden Dialoge, die Dostojewskis Brillanz ausmachen; Dialoge, die, wie der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki einmal sagte, so stark seien, dass sie selbst in der schlechtesten Theaterinszenierung jeden Kitsch zerschlagen. Ein Dostojewski, so hört man dort heraus, ist kaum schlecht zu inszenieren, vorausgesetzt, man lässt die Dialoge so stehen, wie sie gedruckt sind.
"Der Idiot" und "Die Brüder Karamasow"
Dennoch bleibt der Umgang mit der Schärfe und Tiefe des Werkes Dostojewkis selbstverständlich eine Herausforderung. In Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren Regisseure wie Frank Castorf, Karin Henkel, Stephan Kimmig oder Mathias Hartmann dieser Herausforderung mehr oder weniger erfolgreich gestellt. Vor allem "Der Idiot" wurde mehrmals auf die Bühne gebracht.
Gegenwärtig werden - mit Verweis auf den anstehenden, 200. Geburtstag des großen Romanciers - zwei Stücke in Hamburg aufgeführt: "Der Idiot" unter Regie des niederländischen Regisseurs Johan Simons im Thalia-Theater; und die "Die Brüder Karamasow" unter Regie des kroatischen Regisseurs Oliver Frljić im Schauspielhaus.
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