In der neuen Thrillerserie von Jo Nesbø verfolgt der Leser das Leben des Auftragskillers Olav. Der ist irgendwie nett. Natürlich nur, sofern man nicht beruflich mit ihm zu tun bekommt.
Jo Nesbø ist Garant für spannende Thrillerkost. So wird derzeit sein Roman "Der Schneemann" von Martin Scorsese verfilmt. Seine neue Serie "Blood on Snow" ist in Norwegen natürlich sofort auf Nummer 1 gestiegen. Leonardo Di Caprio wird die Kinoumsetzung übernehmen.
Blood on snow ist ein Experiment
Und doch ist "Blood on Snow" ein Experiment: Nesbøs beliebter Held Harry Hole ist diesmal nicht mit von der Partie. Vielmehr stellt der Norweger den Auftragskiller Olav vor. Olav ist der typische "harte Mann mit Herz": Vollkommen skrupellos beim Ausführen der Aufträge, verliebt er sich jedoch gerne ich die falsche Frau. So ringt er sich als Legastheniker mühevoll zusammen gesetzte Liebesbriefe an eine taubstumme Supermarkt-Kassiererin ab, die er dann doch nie wegschickt.
Ärgerlich, dass Olavs Auftraggeber jetzt verlangt, dass seine eigene Ehefrau "expediert" wird, wie in diesen Kreisen ein Auftragsmord genannt wird.
Olav mag eine ausgeprägte Schreib-Leseschwäche haben, ist aber nicht dumm. Minutiös plant er den Mord, doch erstmals überfallen ihn bei der Observation Skrupel. Schlimmer noch: Der im Zwischenmenschlichen überraschend unbeholfene Attentäter verliebt sich in sein Opfer. Es zeigt sich, dass das noch falscher war, als die Frau einfach zu töten: Ohne es zu wissen, rutscht Olav tief in ein Ränkespiel, dessen Ausmaß er gar nicht absehen kann.
Ungewöhnlich in jeder Hinsicht
Fazit: Manche Fans werden natürlich Harry Hole vermissen. Doch Jo Nesbø ist ein ebenso ungewöhnlicher wie lesenswerter Einstieg in neue Thrillerserie "Blood on Snow" gelungen. Dabei setzt Nesbø vor allem auf das grotesk-sympatische Wesen des Auftragsmörders: Olav ist tumb, aber dann auch wieder bauernschlau. Er kann kaum rechnen und ist Legastheniker, hat aber ein überraschend breites Weltbild. Er ist skrupellos, dann aber auch wieder empathisch. Viele kurze Kapitel, viel Action, ein Schreibstil nah am Flow machen "Blood on Snow" zu dem Roman, der er sein will: Ein ungewöhnlicher Thriller, der von Plotwendungen und vom Charakter des Helden lebt.
Für wen eignet sich´s? Jo Nesbø liefert mit "Blood on snow" eine Serie, die TV-Format haben könnte. Die spannende Schreibe treibt den Leser in drei Stunden durch die nur etwa 180 Seiten. Die cleveren Plotwendungen machen übertriebene Gewalt als Adrenalintreiber unnötig. Wer sich jedoch nicht wochenlang mit einem einzigen Wälzer beschäftigen will, liegt hier richtig. Und im Februar 2016 erscheint mit "Blood on snow: Das Versteck" bereits der zweite Teil.
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