Die lit.COLOGNE spezial 2025 lädt vom 15. bis 19. Oktober wieder zu großen Namen, brisanten Debatten und literarischen Premieren nach Köln. Seit nunmehr fünfzehn Jahren gilt das Herbstfestival als feste Größe im Kulturkalender – und bleibt seinem Ruf treu, Literatur nicht nur zu feiern, sondern sie inmitten von Politik, Gesellschaft und Popkultur zu verhandeln. Insgesamt stehen 26 Veranstaltungen auf dem Programm. Der Vorverkauf ist soeben gestartet.
lit.COLOGNE spezial 2025: Literatur, Debatten und Stars in Köln – Tickets jetzt im Vorverkauf
Literatur und Zeitgeist: Die großen Stimmen
Wer die lit.COLOGNE kennt, weiß, dass sie selten bloß ein Lesefestival ist. Auch 2025 ist die Auswahl so breit wie die Spannweite zwischen feuilletonistischer Debatte und Entertainment.
Mit Arundhati Roy kommt eine Autorin nach Köln, die nicht nur als Literaturnobelpreis-Kandidatin gehandelt wurde, sondern auch als kompromisslose politische Stimme gilt. Ihr Memoir Meine Zuflucht und mein Sturm öffnet den Blick in ein persönliches Archiv voller Erinnerungen – zwischen Kindheit, familiärem Verlust und dem Aufbruch ins Schriftstellerinnendasein. Es ist ein Buch, das über die private Erzählung hinaus zu einem Zeitzeugnis wird.
Auch Sibylle Berg bleibt sich treu, indem sie die Grenzen zwischen Literatur und Gesellschaftskritik verschwimmen lässt. Ihr neuer Roman PNR: La Bella Vita imaginiert eine Welt nach dem Kapitalismus – ein Gedankenspiel, das sich so kühl wie tröstlich liest. Dass Berg inzwischen im Europäischen Parlament sitzt, gibt dieser literarischen Utopie eine eigentümliche Erdung.
Ein weiteres Highlight ist Thomas Melle mit Haus zur Sonne, einer Mischung aus Autofiktion und Near Fiction, die bereits für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Hier stellt sich die Frage nach dem letzten Glück – und damit die vielleicht größte, die Literatur stellen kann.
Zwischen Krimi, Komik und Körperkunde
Nicht weniger bunt zeigt sich das übrige Programm. Jussi Adler-Olsen, der dänische Bestsellerautor, feiert seinen 75. Geburtstag und reicht den Staffelstab seiner Carl-Mørck-Reihe an Stine Bolther und Line Holm weiter – eine Zäsur für Millionen von Krimileserinnen und -lesern.
Giulia Enders, einst mit Darm mit Charme zur literarischen Überraschung geworden, führt in ihrem neuen Buch Organisch auf eine Reise durch den menschlichen Körper. Sie beweist damit, dass Populärwissenschaft weder trocken noch belehrend sein muss.
Ebenfalls dabei: Otto Waalkes, der mit Kunst in Sicht eine augenzwinkernde Auseinandersetzung mit der Malerei wagt, unterstützt von Weggefährte Bernd Eilert. Zwischen Genie und Parodie bleibt hier alles möglich – und vielleicht gerade deshalb ernsthaft.
Politik, Geschichte und persönliche Aufbrüche
Wie gewohnt, mischt sich auch die Gegenwartspolitik in die Festivalhallen. Michel Abdollahi analysiert in Es ist unser Land die deutsche Gesellschaft aus migrantischer Perspektive und fragt, warum rechte Gedanken wieder salonfähig erscheinen.
Michel Friedman mahnt in Mensch! Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten zur Verteidigung der Demokratie – nicht als verstaubtes Prinzip, sondern als lebendigen Prozess. Und Carolin Emcke spricht mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer über die Zumutbarkeit von Respekt in Zeiten politischer Zerreißproben.
Historisch wird es bei Florian Illies, der in Wenn die Sonne untergeht den Sommer 1933 beschreibt – eine Familienaufstellung im Schatten der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Und Hanns-Josef Ortheil führt in Schwebebahnen ins Wuppertal der Nachkriegszeit, wo sich deutsche Geschichte in der Perspektive eines Kindes verdichtet.
Persönliches, Pop und Sport
Auch Popkultur und Sport haben ihren Platz. Frank Schätzing erinnert sich in Spaceboy an seine Jugend mit David Bowie – und schreibt damit zugleich ein Stück musikalischer wie literarischer Selbstfindung. Boris Becker legt mit Inside. Gewinnen – Verlieren – Neu anfangen seine Autobiografie vor, in der er offen über Haft, Verlust und Neubeginn spricht.
Radprofi Rick Zabel und sein Vater Erik Zabel diskutieren über Freiheit und Opfer des Radsports, während Marco Wanda mit Dass es uns überhaupt gegeben hat ein ehrliches Selbstporträt vorlegt. Und Schauspielerin Katja Riemannüberrascht mit ihrem Romandebüt Nebel im Feuer.
Tickets und Termine
Der Vorverkauf für die lit.COLOGNE spezial 2025 hat am 9. September 2025 begonnen. Tickets sind über www.litcologne.de, https://litspezial.myticket.de/list/events sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Restkarten gibt es noch für die bereits angekündigten Septembertermine, darunter Ocean Vuong und Caroline Wahl.
Topnews
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
100 Jahre „Der Zauberberg“ - Was Leser heute daraus mitnehmen können
Oschmann: Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“ – Umstrittene russische Übersetzung
Überraschung: Autorin Han Kang hat den Literaturnobelpreis 2024 gewonnen
PEN Berlin: Große Gesprächsreihe vor den Landtagswahlen im Osten
Aktuelles
Morgan’s Hall: Sehnsuchtsland von Emilia Flynn – Wenn Sehnsucht zum Kompass wird
Morgan’s Hall: Herzensland von Emilia Flynn – Wenn Geschichte plötzlich persönlich wird
Leipziger Buchmesse 2026: Literatur zwischen Strom, Streit und Öffentlichkeit
Wenn Welten kollidieren – Stephen Kings „Other Worlds Than These“ zwischen Mittwelt und Territorien
Sergej SIEGLE: Der Monolog
Der andere Arthur von Liz Moore – Ein stilles Buch mit Nachhall
Am Strom
Real Americans von Rachel Khong – Was heißt hier „wirklich amerikanisch“?
Das Blaue Sofa 2026 in Leipzig: Literatur als Gesprächsraum
Ostfriesenerbe von Klaus-Peter Wolf – Wenn ein Vermächtnis zur Falle wird
Claudia Gehricke: Gedichte sind Steine
Globalisierung, Spionage, Bestseller: „druckfrisch“ vom 15.02.2026
Wir Freitagsmänner: Wer wird denn gleich alt werden? von Hans-Gerd Raeth – Männer, Mitte, Mut zum Freitag
Planet Liebe von Peter Braun – Ein kleiner Band über das große Wort
Die Überforderung der Welt – Anton Tschechows „Grischa"
Rezensionen
Die Rache trägt Prada von Lauren Weisberger – Was kommt nach dem „Traumjob“?
Der Teufel trägt Prada von Lauren Weisberger – Glamour als Arbeitsvertrag mit dem schlechten Gewissen
Box Hill von Adam Mars-Jones – Zärtlichkeit mit Stacheln
Die Burg von Ursula Poznanski – Mittelaltergemäuer, Hightech-Nervenkitzel
Alle glücklich von Kira Mohn – Wenn „alles gut“ zum Alarmsignal wird
Das Signal von Ursula Poznanski – Wenn das Smart Home zum Gegner wird
Half His Age von Jennette McCurdy – Ein Roman, der mit Unbehagen arbeitet
Daniela Katzenberger, wie man sie kennt – unverstellt, direkt, motivierend
The Ordeals von Rachel Greenlaw – Eine Akademie, die Talente frisst
Es ist doch nur die Dunya von Murat Gülec – Ein leises Buch für laute Tage
Die vergessene Hausapotheke von Dr. Nicole Apelian – Alte Rezepte, neue Dringlichkeit