Die Berliner Autorin Dana Vowinckel erhält für ihren Debütroman "Gewässer im Ziplock" den mit 20.000 Euro dotierten Mara-Cassens-Preis 2023 des Literaturhauses Hamburg. er Mara-Cassens-Preis ist der höchstdotierte Preis für einen deutschsprachigen Debütroman.
2021 wurde Dana Vowinckel für einen Auszug aus ihrem Roman "Gewässer im Ziplock" im Zuge des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. Nun, nachdem der Roman im August 2023 erschienen ist, erhält Vowinckel mit dem Mara-Cassens-Preis den höchstdotierten Literaturpreis für ein deutschsprachigen Debütroman. Das Buch erzählt die Familiengeschichte der 15-jährigen Jüdin Margarita und ihres alleinerziehenden Vaters Avi. Vowinckel reflektiere darin die Vielfalt und Komplexität jüdischen Lebens in Deutschland oder in Auseinandersetzung mit Deutschland, teilte das Literaturhaus am Donnerstag mit.
"Sie schreibt ruhig und unaufgeregt über eine Familie, über Heimweh und Unterwegssein, denkt über Zugehörigkeit, Herkunft, Schmerz sowie Fremdheit nach und beschreibt dabei unsere von Vorurteilen und Antisemitismus durchdrungene Gesellschaft", heißt es von Seiten der Jury.
"Gewässer im Ziplock"
Ein Sommer zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem. Wie jedes Jahr verbringt die fünfzehnjährige Margarita ihre Ferien bei den Großeltern in den USA. Viel lieber will sie aber zurück nach Deutschland, zu ihren Freunden und ihrem Vater, der in einer Synagoge die Gebete leitet. Die Mutter hat die beiden verlassen, als Margarita noch in den Kindergarten ging. Höchste Zeit, beschließt der Familienrat, dass sie einander besser kennenlernen. Und so wird Margarita in ein Flugzeug nach Israel gesetzt, wo ihr Vater aufgewachsen ist und ihre Mutter seit Kurzem lebt. Gleich nach der Ankunft geht alles schief, die gemeinsame Reise von Mutter und Tochter durchs Heilige Land reißt alte und neue Wunden auf, Konflikte eskalieren, während der Vater in Berlin seine Rolle überdenkt. Da müssen sie schon wieder die Koffer packen und zurück nach Chicago, wo sich alle um das Krankenbett der Großmutter versammeln und Margarita eine folgenreiche Entscheidung treffen muss.
Dana Vowinckel
Dana Vowinckel wurde 1996 in Berlin geboren und studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2021 wurde sie für einen Auszug aus "Gewässer im Ziplock" mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. Für ihre Erzählung "In my Jewish Bag" erhielt sie beim Wettbewerb L’Chaim: Schreib zum jüdischen Leben in Deutschland! den ersten Preis. 2023 wurde ihr ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats zugesprochen. Dana Vowinckel lebt in Berlin. Ihr Debütroman "Gewässer im Zoplock" ist beim Suhrkamp Verlag erschienen.
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