Vor knapp einem halben Jahr ist der britisch-irische Schriftsteller Salman Rushdie während einer Veranstaltung in New York auf offener Bühne mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Nach wie leidet der Autor unter den Folgen des Attentats. Vor zwei Tagen erschien nun sein neuer Roman "Victory City" sowie ein erster Interview mit dem 75-Jährigen.
Seit dem mutmaßlich islamistischen Messerangriff im August vergangenen Jahres ist der irisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie auf einem Auge blind. Aber nicht nur körperlich, auch mental leidet der Autor unter den Spätfolgen des Angriffs, wie er dem "New Yorker"-Magazin am Montag mitteilte. "Ich fand es sehr, sehr schwierig zu schreiben. Ich setze mich hin, um zu schreiben, und nichts passiert. Ich schreibe, aber es ist eine Kombination aus Leere und Schrott, Sachen, die ich schreibe und die ich am nächsten Tag wieder lösche. Ich bin noch nicht aus diesem Wald heraus, wirklich", so Rushdie. Auch das Schlafen falle ihm nicht immer leicht. "Es gab Alpträume – nicht genau der Vorfall, aber einfach beängstigend.", so der 75-Jährige. Ansonsten gehe es ihm gut; er könne aufstehen und laufen. Seine großen Verletzungen seien mittlerweile verheilt, so der Autor. "Es ging mir schon besser. Aber wenn man bedenkt, was passiert ist, geht es mir gar nicht so schlecht." Das Tippen allerdings falle ihm schwer, da er das Gefühl in einigen Fingern verloren habe.
Am Dienstag erschien nun Rushdies neuer Roman "Victory City", der von einer Frau handelt, die sich im 14. Jahrhundert die Herrschaft über eine Stadt erkämpft. Mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, gründet das indische Waisenmädchen namens Pampa Kampana die Stadt Bisnaga, deren Name übersetzt Stadt des Sieges, also "Victory City" lautet. Rushdie präsentiert die Geschichte als Übersetzung eines ursprünglich in Sanskrit verfassten Epos. An Lesungen oder anderen Promo-Veranstaltungen wird Rushdie nicht teilnehmen. Der Roman soll in deutscher Übersetzung im April bei Pinguin Random House erscheinen.
Roman war bereits fertig geschrieben
Rushdie hatte den Roman bereits beendet, als er im August 2022 im US-Bundesstaat New York auf offener Bühne angegriffen und niedergestochen wurde. Der mutmaßliche Angreifer, in 24-jähriger US-Bürger libanesischer Herkunft, steht wegen versuchten Mordes vor Gericht. Er plädiert auf Unschuld.
Ayatollah Khomeini hatte zur Tötung des Schriftstellers aufgerufen
Das Attentat auf Rushdie hatte international für Erschütterung gesorgt. 1989 wurde der Schriftsteller von Ruhollah Musawi Chomeini - Irans damaligen geistigen Oberhaupt - mit einer Fatwa belegt, womit Chomeini alle Muslime zur Tötung Rushdies aufgerufen aufrief. Grund war die Veröffentlichung des Romans "Die satanischen Verse", der Textpassagen enthält, in denen der Koran und der Prophet Mohammed (angeblich) beleidigt werden. Rushdie lebte anschließen Jahrelang unter Polizeischutz, wechselte ständig seinen Aufenthaltsort. Vor dem Angriff vergangenen Jahres hatte er wieder ein relativ normales Leben geführt, und war wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten.
Hier bestellen
Topnews
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
100 Jahre „Der Zauberberg“ - Was Leser heute daraus mitnehmen können
Nach Angriff auf Salman Rushdie: "Die satanischen Verse" gefragter denn je
Salman Rushdie sieht Meinungsfreiheit in westlichen Ländern bedroht
Salman Rushdie verliert Augenlicht nach Messerangriff
Schriftsteller Salman Rushdie auf Bühne mit Messer angegriffen
Salman Rushdie präsentiert sein neues Memoir "Knife. Gedanken nach einem Mordversuch" in Berlin
Salman Rushdie beklagt "absurde Zensur" in Kinderbüchern
Das Literarische Quartett mit Vea Kaiser, Deniz Yücel und Adam Soboczynski
Aktuelles
Die neuen Wartesäle
Nachts ist man am besten wach von Kristina Valentin: Eine Liebesgeschichte über zweite Chancen und die leisen Stunden dazwischen
Was ich nie gesagt habe von Susanne Abel: Wenn Wahrheit nicht befreit, sondern verändert
Jill Lepore gewinnt den Pulitzer-Preis 2026 – Warum ihr Verfassungsbuch gerade jetzt ins Zentrum der Debatte rückt
Stay Away from Gretchen von Susanne Abel: Eine Geschichte über Erinnerung, Schuld und die Schatten der Vergangenheit
Die Wut, die bleibt von Mareike Fallwickl: Wenn Fürsorge kippt und Stille laut wird
Im Namen der Barmherzigkeit von Hera Lind: Eine wahre Geschichte über Schuld, Urteil und die Grenzen von Mitgefühl
Der Astronaut von Andy Weir: Wenn Wissenschaft zur Überlebensfrage wird
Der Kindle Storyteller Award 2026
New Wishes von Lilly Lucas (Green Valley Love Band 7)
Find me in Green Valley von Lilly Lucas (Green Valley Love Kurzroman)
Stimmen ohne Zentrum: Robert Seethalers „Die Straße“ als Roman der verpassten Geschichten
New Chances von Lilly Lucas (Green Valley Love Band 5)
New Horizons von Lilly Lucas (Green Valley Love Band 4) – Wer bist du, wenn du nicht mehr so kannst wie früher
„Weißer Sommer“ von Eva Pramschüfer
Rezensionen
New Dreams (Lilly Lucas) – Green Valley Love Band 3
New Promises (Green Valley Love Band 2) von Lilly Lucas – Jetzt oder Nie
New Beginnings – Der Start in Green Valley von Lilly Lucas
Die Frau auf der Karte – Gertrude Bell und die Erfindung eines Landes
Das beschädigte Protokoll – Ben Lerners „Transkription“
Der Name als Falle: Toxibaby
Narrative für eine bessere Zukunft: Storylistening, Storymaking, Storytelling
Zwischen Tier und Text: Wie Gomringer den Tod lesbar macht
Die Welle – Ordnung als Versuchsanordnung