Für den Debütroman "Blutbuch" Kim de l’Horizon gewinnt den Schweizer Buchpreis 2022

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Kim de l´Horizon ist am Sonntag mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet worden. Gekürt wurde damit der Debütroman "Blutbuch", der in diesem Jahr bereits den Deutschen Buchpreis gewann.

Kim de l’Horizon nach der Dankesrede zur Verleihung des Deutschen Buchpreises auf der Frankfurter Buchmesse 2022 Harald Krichel - Eigenes Werk (Wikipedia)

Kim de l´Horizon erhält den renommierten Schweizer Buchpreis für den Debütroman "Blutbuch". Im September dieses Jahres wurde de l´Horizon bereits mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Die Jury, die ihre Entscheidung am Sonntag im Rahmen des Literaturfestivals Buch Basel bekannt gab, sprach in ihrer Begründung von erzählerischem Neuland. Der Schweizer Buchpreis ist mit 30.000 Franken - rund 34.000 Euro - dotiert.

Begründung der Jury

"Kim de l’Horizon habe in "Blutbuch" eine non-binäre Erzählfigur geschaffen, die sich in die eigene Kindheit begebe und ihrer Familiengeschichte nachgehe, so die Juroren. "Was geschieht, wenn gesellschaftliche Normen gebrochen werden? Wenn über Gewalt nicht gesprochen wird? Kim de l’Horizon verwandelt Erfahrung in Literatur – eigene Erfahrung und die Erfahrung von Mutter, Grossmutter und der Frauen davor"

"Auf dieser Suche probiert Kim de l’Horizon verschiedene Sprachen, Stimmen und Register aus. ‚Blutbuch‘ gibt keine Antworten, sondern stellt die Fragen immer wieder neu. Mit diesem Roman hat Kim de l’Horizon erzählerisches Neuland betreten. Dafür verleiht die Jury Kim de l’Horizon den Schweizer Buchpreis 2022."

"Blutbuch"

Kim de l‘Horizon erzählt in "Blutbuch" von Selbstermächtigung, von den Verzweigungen und Verästelungen dessen, was Identität genannt wird, und vom Abkappen einzelner Erinnerungsstränge im Prozess des Schreibens. Im Hintergrund dieser Selbstfindung sitzt stets die eigene Familie, die Mutter und Großmutter ("Meer" und "Großmeer" im Berndeutschen). Dieser brutale und zuweilen radikale Prozess wird mit märchenhaften Bildern kontrastiert. Kim, die Erzählfigur, erkundet schreibend die Familiengeschichte. Anlass ist die einsetzende Demenz der Großmutter. "Blutbuch" beleuchtet dabei diverse Tableaus, die miteinander in Beziehung gesetzt und abgewogen werden. Von der Kulturgeschichte der Blutbuche - die im Garten der Großmutter steht und zu der Kim früh Nähe aufbaut - über die Geschichte der Hexenverfolgung bis hin zu den Ängsten nonbinärer Körper in der Gegenwart.

Shortlist des Schweizer Buchpreises

Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises standen außerdem:

  • Simon Froehling mit "Dürrst"
  • Lioba Happel mit "Pommfritz aus der Hölle"
  • Thomas Hürlimann mit "Der rote Diamant"
  • Thomas Röthlisberger mit "Steine zählen"

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