Die Autorin von "Gone Baby" legt mit "Broken House" eine preisgekrönte Horror-Kurzgeschichte erstmals als eigenständigen Band vor. Lesering hat die 64 Seiten schon mal vorgelesen.
Die junge Nerdy hat in "Broken House - Düstere Ahnung" einen abgefahrenen Job: Offiziell liest sie in ihrer Wahrsagerbude aus der Hand. Männlichen Kunden dagegen geht sie auf Wunsch auch im wahrsten Sinne des Wortes zur Hand. Doch davon ahnt die verzweifelte Susan Burke nichts, die eines Tages Nerdy vollkommen aufgelöst aufsucht.
Es spukt - und spuckt
Burke ist sicher, dass in ihrer alten viktorianischen Villa das Böse umgeht und von ihrem Stiefsohn Besitz ergriffen hat. Zwar ist Nerdy alles andere als eine Geisterjägerin, aber sie wittert einen lukrativen Auftrag und spielt das Spiel mit.
Als Nerdy in Carterhook Manor eintrifft, scheint sich der Spuk zu bestätigen und der Stiefsohn kann es locker mit den Sympathiewerten eines Damien aus "Das Omen" aufnehmen. Der gibt noch dazu phasenweise den Besessenen, hackt der Katze den Schwanz ab und erbricht sich in Nerdys Handtasche. Doch schnell wird klar, dass hier nicht einfach nur ein Geist umgeht. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet Nerdy in das alte Haus gelockt wurde.
Fazit: Die preisgekrönte Kurzgeschichte wird vom Verlag als "Experiment" bezeichnet. "Broken House" kostet 6 Euro, ist aber nur rund 60 Seiten stark und zuvor auf Englisch in einem Sammelband von H. R. R. Martin erschienen.
Gillian Flynn liefert hier eine zunächst klassisch wirkende Grusel-Story, die nach der Hälfte in einen Thriller-Plot dreht. Die Autorin versteht es, auch in der Länge einer Kurzgeschichte einen mitreißenden, spannenden Plot zu liefern. Das offene Ende verärgert nicht, sondern lädt den Leser zu verschiedenen Spekulationen ein. Schade ist, dass Flynn einige Logikprobleme in der Geschichte hat und Ungereimtheiten in der Motivation einiger Figuren insgesamt an der Glaubwürdigkeit zerren.
Flynn-Fans dürfen zugreifen - "Broken House" ist ein Snack des Schreckens, den man locker innerhalb der Mittagspause verputzt. Durch das spekulative Ende bleibt die Kurzgeschichte viel länger hängen, als man es einem Büchlein dieses Formats zutrauen würde.
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