Ein Briefroman ist eine Sammlung fiktiver Briefe, die sich in ihrer Präsentation – unter Umständen zusammengehalten von einer Herausgeberstimme – zur Romanhandlung verdichten. Möglich sind Briefwechsel zwischen verschiedenen Personen wie die briefliche Hinterlassenschaft eines einzelnen Helden. Wegen seiner Unmittelbarkeitsfiktion ist der Tagebuchroman mit dem Briefroman vergleichbar.[1]

Der Anfang des Genres lässt sich nur schwer bestimmen. Ausgaben von Briefen Gelehrter kamen mit dem Humanismus auf, fingierte Briefwechsel ergänzten das Repertoire in satirisch und politisch ausgerichteten Sammlungen. Der Briefwechsel zwischen Abelard und Heloise eingebunden in Jean de Meungs Roman de la Rose (1280) gibt der amourösen Variante eine noch viel längere Geschichte. Berühmt waren im 17. Jahrhundert auf diesem Feld die Lettres Portugaises mit Imitationen und Erweiterungen und Antworten. Grenzgänge zwischen dem Fiktionalen und der Realität kosteten die Briefsammlungen der Madame d’Aulnoy aus.

Quelle: Wikipedia

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