Terry Pratchett: Die Krone des Schäfers Der würdevolle Abschied von der Scheibenwelt

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"Die Krone des Schäfers" ist der letzte Scheibenwelt-Roman, den Terry Pratchett vor seinen Tod geschrieben hat. Die deutsche Version erscheint am 9. November. Lesering hat das Buch bereits auf Englisch getestet.

Foto: Manhattan

Terry Pratchett war bereits im Jahr 2007 PCA diagnostiziert worden. In diesem Jahr schrieb er gerade "Die Insel" und rechnete nur noch mit einer Restlebenszeit von zwei Jahren. Doch der Meister der tiefgründigen und humorvollen Fantasy dachte nicht daran, in Stille abzutreten. Bis zu seinem Tod im März 2015 brachte er tatsächlich noch sechs Bücher zu Papier.

"The Sheperd´s Crown" ist nun der letzte Scheibenwelt-Roman, den Terry Pratchett geschrieben hat. Nach Angaben seiner Tochter Rihanna Pratchett gibt es auch keine Werke mehr im Nachlass, die veröffentlicht werden.

Tiffany Weh rettet das Kreideland

Daher ist es schwierig, "Die Krone des Schäfers" unvoreingenommen zu beurteilen. Es geht um die junge Hexe Tiffany Weh, die einmal mehr ausziehen muss, um eine finstere Macht aus einer Parallelwelt zu bekämpfen. Dazu hilft ihr der Clan der Feegles, ein Stamm von Däumlingen, die in der deutschen Übersetzung etwas plump als die "Wir-sind-die-Größten" bezeichnet werden.

Weitere bekannte Gestalten aus der Scheibenwelt, die Fans von früheren Büchern bereits kennen, treten ebenfalls auf, dienen aber im Grunde nur als Komparsen oder Stichwortgeber.

Wie üblich, versteckt Pratchett in seinen Romanen eine Botschaft, so auch in "Die Krone des Schäfers": Sei nur du selbst.

Nichts für Einsteiger

Fazit: Dass Pratchett-Fans keine Rezensionen benötigen, um ihre Scheibenwelt-Sammlung zu vervollständigen, liegt auf der Hand. Allerdings war Terry Pratchett zum Zeitpunkt, zu dem er "Die Krone des Schäfers" verfasst hatte, nicht mehr das vor Wortwitz sprühende Sprachgenie, das in seinen besten Scheibenwelt-Romanen aufblitzte. Es fehlen die zündenden Dialoge, die beißende Ironie und die sich teilweise schnell überstürzende Handlung früherer Werke. Dass sich die Tonalität der Pratchett-Romane aufgrund der Alzheimer-ähnlichen Krankheitssymptome bereits seit einigen Jahren gewandelt hat, wissen treue Leser. Umso erstaunlicher ist es, dass Terry Pratchett, teils nur noch diktierend, das Werk überhaupt noch vollenden konnte. Was bleibt, ist ein amüsanter, kurzweiliger, aber nicht brillanter Roman: Ein würdiger Abschluss und ein Abschied von einem der größten Fantasy-Autoren seiner Zeit.

Für wen eignet es sich? "Die Krone des Schäfers" ist natürlich ein Pflichtkauf für Terry-Pratchett-Fans. Wie immer, kommt es hier auf die Qualität der Übersetzung an. In diesem Fall hat Regina Rawlinson den Text ins Deutsche übertragen. Das lässt hoffen. Rawlinson hatte auch bereits "Alles Sense" und "Das Mitternachtskleid" in sehr guter Qualität abgeliefert.

Wer die Scheibenwelt noch nicht kennt, sollte jedoch nicht mit "Die Krone des Schäfers" beginnen. Einsteigern sei "Die Magie der Scheibenwelt" für 12,99 € ans Herz gelegt. Der Band beinhaltet die ersten drei Scheibenwelt-Romane "Die Farben der Magie", "Das Licht der Phantasie" und "Das Erbe des Zauberers".


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