Roger Willemsen

Roger Willemsen war ein deutscher Schriftsteller, Publizist und Fernsehmoderator. In Deutschland galt er lange Zeit als Vorzeigeintellektueller, eine Bezeichnung, die ihm selbst allerdings zuwider lief. Seine Bücher sind Bestseller und gelten heute zum Teil als "Hochkaräter". Neben seiner großen Leidenschaft, das Reisen, machte Willemsen vor allem Zwischenmenschliches zum Gegenstand seiner Werke. Zu seinen bekanntestes Büchern zählen "Deutschlandreise", "Der Knacks", "Die Enden der Welt", "Das Hohe Haus" und "Momentum". Zuletzt erschien im S. Fischer Verlag (Willemsens Hausverlag) das Buch "Musik. Über ein Lebensgefühl".

Fernsehen

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Willemsen als Moderator der TV-Interviewreihe "0137" bekannt, in der jeden Werktag zur Hauptsendezeit drei Interviewgäste jeweils 45 Minuten befragt wurden. In diesem Rahmen sprach er unter anderem mit Yassir Arafat, mit Gefangenen aus der RAF (Rote Armee Fraktion) und der Schauspielerin Audrey Hepburn (ihr letztes Fernseh-Interview). Einer Auswahl der Gespräche mit außergewöhnlichen Menschen und Grenzgängern finden sich in dem 1994 erschienenen Buch "An der Grenze. Gespräche mit Attentätern, Bankräubern, Mördern, politischen Gefangenen, Autoknackern, Todeskandidaten und Gewaltopfern"

Im selben Jahr wechselte Willemsen zum ZDF, wo er die 60-minütige Talkshow "Willemsens Woche" moderierte. Zwei Jahre später folgte die Porträtreihe "Willemsen Zeitgenossen". Im Jahr 2004 übernahm er nach einer zweijährigen Pause die Leitung des "Literaturclubs" des Schweizer Fernsehens.

Publizistische Tätigkeiten

Als Publizist veröffentlichte Roger Willemsen Kolumnen und Beiträge in verschiedensten Zeitungen. So schrieb er etwa vier Beiträge für das linksradikale Monatsmagazin "konkret" (welches er später kritisierte, woraufhin die Beiträge aus dem Autorenarchiv entfernt wurden), in der Wochenzeitschrift "Die Woche" und im ZEITmagazin ("Warum machen sie das?")

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • "Das Existenzrecht der Dichtung. Zur Rekonstruktion einer systematischen Literaturtheorie im Werk Robert Musils" (Dissertation / 1984)
  • "Robert Musil" (Piper / 1985)
  • "Der Selbstmord. Briefe, Manifeste, literarische Texte" (Kiepenheuer & Witsch / 1986)
  • "Figuren der Willkür: Autobiographie eines Buches" (Piper / 1987)
  • "Die Abruzzen. Das Bergland im Herzen Italiens. Kunst, Kultur und Geschichte" (DuMont / 1990)
  • "Kopf oder Adler. Ermittlungen gegen Deutschland" (Edition Tiamat / 1990)
  • "An der Grenze. Gespräche mit Attentätern, Bankräubern, Mördern, politischen Gefangenen, Autoknackern, Todeskandidaten und Gewaltopfern" (Kiepenheuer und Witsch / 1994)
  • "Das Kaff der guten Hoffnung" (Haffmans, 1997)
  • "Noch eine Frage" (Malik, 1997)
  • "Deutschlandreise" (Eichborn / 2002)
  • "Gute Tage" (Fischer / 2004)
  • "Kleine Lichter" (Fischer / 2005)
  • "Unverkäufliche Muster" (Fischer / 2005)
  • "Hier spricht Guantánamo. Roger Willemsen interviewt Ex-Häftlinge" (Zweitausendeins / 2006)
  • "Afghanische Reise" (Fischer /2006)
  • "Vages Erinnern – Präzises Vergessen" (Fischer / 2008)
  • "Der Knacks" (Fischer / 2008)
  • "Die Enden der Welt" (Fischer / 2010)
  • "Nur zur Ansicht. Gesammelte Essays" (S. Fischer Verlag / 2009)
  • "Momentum" (Fischer / 2012)
  • "Es war einmal oder nicht. Afghanische Kinder und ihre Welt" (S. Fischer Verlag / 2013)
  • "Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament" (Fischer / 2014)
  • "Wer wir waren. Zukunftsrede (postum; Hrsg.: Insa Wilke)" (Fischer / 2016)
  • "Musik! Über ein Lebensgefühl. Hrsg. von Insa Wilke" (S. Fischer / 2018)


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