Die Begriffe Selbsttäuschung oder Selbstbetrug umfassen eine Vielfalt von Denk- und Verhaltensweisen mit Bezug auf das Selbst und das Selbstbewusstsein. Die Selbsttäuschung ist seit der Antike Gegenstand der philosophischen Betrachtung, wobei Definition und zahlreiche Aspekte umstritten sind.[1] In der Gegenwart sind Selbsttäuschungen Forschungsgegenstand der Kognitionspsychologie, spezifische Muster der Selbsttäuschung in pathologischer Ausprägung auch in der Psychiatrie. Als alltägliches un- oder unterbewusstes Phänomen ist sie auch Gegenstand vieler literarischer Werke, die sich mit Authentizität, Verblendung und Selbsterkenntnis beschäftigen.
Selbsttäuschungen kommen in unterschiedlichem Ausmaß vor, von harmlosen kognitiven Verzerrungen bis hin zu krankhaften Bewusstseinsstörungen. Sie erscheinen in verschiedenen Formen, zum Beispiel als Erinnerungsverfälschung oder als Planungsfehlschluss. Als Selbsttäuschung können sowohl kurz andauernde kognitive Zustände als auch langfristige Erscheinungen beschrieben werden. Ein Extremfall der psychologisch notwendigen Selbsttäuschung ist die Lebenslüge, die vor allem Henrik Ibsen verarbeitet und bekannt gemacht hat.
Quelle: Wikipedia