Machtmissbrauch bezeichnet auf globaler, gesellschaftlicher und individueller Ebene – und dort in je verschiedenen Zusammenhängen – ein Verhalten, das auf einem illegitimen Gebrauch von Macht beruht. Der Begriff benennt einen Vorwurf, der nicht selten in Kombination mit anderen Begriffen wie Korruption, Willkür, Gier oder Geltungsdrang verwendet wird, die teils auf die möglicherweise zugrundeliegenden Motive verweisen. Mit den ggf. sehr verschiedenen Folgen von Machtmissbrauch befassen sich diverse wissenschaftliche Disziplinen, bevorzugt politik- und sozialwissenschaftliche, aber auch viele andere wie die Wirtschafts- oder auch die Sexualwissenschaft, kontextabhängig ggf. auch Kriminologie oder Polizeiwissenschaft. In der Regel kommt es jedoch weder in wissenschaftlichem noch anderem Kontext zu einer Begriffsdefinition.

Der Begriff Machtmissbrauch ist ein Kompositum, das aus den beiden Wörtern Macht und Missbrauch zusammengesetzt ist. Anders als für seine beiden Grundwörter findet sich keine allgemein akzeptierte Definition, die insofern schwierig ist, als der Begriff in seiner Mehrdeutigkeit und je nach Verwendungszusammenhang unterschiedliche Implikationen hat. Der Begriff der Macht hat eine lange Begriffsgeschichte, die das Kompositum des Machtmissbrauchs vermissen lässt. Wann der Begriff aufkam, lässt sich nicht rekonstruieren. Eine Definition des Wortes Machtmissbrauch findet sich in bekannten Wörterbüchern oder Nachschlagewerken nicht.[Anm. 1] Die promovierte Philosophin Karin Rasmussen sagte 2021 in einem Interview, ihres Wissens gebe es nicht einmal eine „allgemein anerkannte wissenschaftliche Definition von Macht“.[1] Die Grenze zwischen Machtausübung und Machtmissbrauch sei fließend und werde sichtbar, „wenn Schuld und/oder Scham in Konflikten spürbar werden – egal, auf welcher Seite“.

Quelle: Wikipedia

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