Männlichkeit beschreibt die Summe der Eigenschaften, die für den Mann als charakteristisch gelten. In der Wissenschaft wird Männlichkeit vor allem aus der Perspektive der Soziologie, der Sozialpsychologie und der Klinischen Psychologie sowie in den interdisziplinären Gender Studies systematisch erforscht.[1] In diesen Disziplinen wird Männlichkeit primär als soziales Konstrukt gesehen, das sich historisch wandelt und kulturell variiert. Auch die Evolutionspsychologie liefert Erklärungsansätze. Deren Prämissen spielen eine untergeordnete Rolle und werden in der konstruktivistisch geprägten Männlichkeitsforschung oft als „biologischer Essentialismus“ kritisiert.[2][3] In der Biologie und Andrologie wird die Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale auf komplexe Zusammenhänge von Genetik und den Einfluss von Hormonen, insbesondere Testosteron, zurückgeführt. Die moderne Medizin unterscheidet hierbei zwischen der rein biologischen Differenzierung und den gesellschaftlichen Konstrukten von Männlichkeit.[4]
Was jeweils unter „Männlichkeit“ verstanden wird, hängt stark vom Kontext und der Perspektive derjenigen ab, die den Begriff gebrauchen. Die althergebrachte umgangssprachliche Bedeutung des Begriffs geht zumeist in Richtung Virilität (lateinisch virilis „männlich“) im Sinne von männlicher Stärke, männlich-erotischer Ausstrahlung, oder auch Zeugungsfähigkeit („Manneskraft“). Der verwandte und kaum noch gebrauchte Begriff Mannbarkeit aus der gehobenen Umgangssprache bezeichnet die Geschlechtsreife eines jungen Mannes, während Mannhaftigkeit synonym für Tapferkeit verwendet wurde. Im entsprechenden Kontext werden oft bestimmte Eigenschaften des männlichen Körpers als Sinnbild von Männlichkeit interpretiert. So gelten körperliche Größe, eine ausgeprägte Muskulatur, eine tiefe Stimme, breite Schultern, markante Gesichtszüge (insbesondere das Kinn) und eine starke Körperbehaarung (insbesondere der Brust) als typisch männliche Merkmale.
Quelle: Wikipedia