Feuerwerk

Vorlesen

Feuers Macht - Gefangen in des Augenblicks Kürze,
Den Zauber genießen, eh das Dunkel ihn verschlingt,
Durch die Nebelschwaden und des Schwarzpulvers Würze,
Vom Farbmeer fortgespült, dass die Nacht zum Leuchten bringt.

Farbenfrohe, flüchtige Funken am Finsterment,
- Verstreut, faszinierend, vergänglich, fern und fröhlich -
Ein flackernder Flammenregen, der feurig verbrennt,
Und fantastisch, verspielt und verheißungsvoll verstrich.

Die Köpfe im Nacken mit erhellten Gesichtern,
Ahs und Ohs, befeuert vom Krachen, Knistern, Knallen.
Donner mischt sich mit den irisierenden Lichtern,
Als würde all die Sternenzier vom Himmel fallen.

Doch wie furchtbar muss es sein unter Beschuss zu steh'n?
Wie schlimm muss es sich für Unschuldige anfühlen?
- Feuers Werk und Macht in nimmermüden Kriegsmühlen.
Ums Überleben bangen und machtlos mitanseh'n,

Wie Friede und Freude, Schmerz, Schutt und Staub verfallen.
Farben und Feuerwerk - im Finstern sie verhallen.




Gefällt mir
1
 

Weitere Freie Texte

Freie Texte

Die Statue von Bernini

Patricia Vellard

...... Als sie die Kirche betrat, umspielte Paulines Nase sofort ein sanfter Hauch von Weihrauch. Die schwere Kirchentür fiel hinter ihr ins Schloss. Andächtig schaute sich Pauline um. Nur zwei dunkle Gestalten, zwei alte Frauen in langen schwarzen Gewändern, saßen in den Bänken. Das Licht der Sonne fiel durch die hohen Fenster in die Kirche und gab diesem Ort eine feierliche und geheimnisvolle Atmosphäre. Die hohen steinernen Wände und der Marmorboden waren glatt und kalt. Gelegentliches ...
Freie Texte

Sergej SIEGLE: Der Monolog

Sergej SIEGLE

O Jüngling – Verliebter, mit glühendem Blick, vom Pathos berauscht, von den Versen entzückt. Zerstreut und verloren, so trotzig, so fern, der Reimende „wieder“ mit „Widder“ so gern. Sag mir, wo bleibt wohl unbändiger Mai, wo Straßenbahn kreischte und rollte vorbei? Und wo jene Zelle, verrostet, ein Hohn – ein Hörer vereist – „Smartphone“-Vision … Die Haltestelle: „Zum Dichterduell!“* (hält nicht der Ikarus – das gelbe Modell.) Ein Anhalter – im Wagen, im Taxi, vorbei – „Zehn Rubel zum Zentrum?“ ...
lesering
Freie Texte

Nachdenken einer vernachlässigten Sache

UPa

Hegel würde sagen: Ihr habt die Dialektik angehalten. Arendt würde sagen: Ihr habt den Raum zerstört, in dem Wahrheit erscheinen kann. Zwischen diesen beiden Sätzen liegt keine historische Distanz, sondern eine präzise Diagnose der Gegenwart. Denn was heute als wissenschaftlicher Konsens, evidenzbasierte Politik oder alternativlose Sachlogik firmiert, ist weniger Ausdruck gewonnener Erkenntnis als Ergebnis einer epistemischen Stillstellung. Wahrheit wird nicht mehr gesucht, sondern verwaltet; ...

Aktuelles