Auch in diesem Jahr kürt die unabhängige Branchenzeitschrift "medium magazin" die "Journalistinnen und Journalisten des Jahres". Einer der Ausgezeichneten ist der Investigativjournalist Günter Wallraff, der den Preis in der Kategorie "Lebenswerk" erhält. In der Begründung der Jury heißt es, Wallraff sei mit seinen legendären Undercover-Recherchen zum Vorbild zahlreicher Journalistinnen und Journalisten geworden. Insgesamt wird der Preis in 11 Kategorien vergeben.
Der Investigativjournalist Günter Wallraff ist einer der "Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2022". Wallraff erhält den Preis in der Kategorie "Lebenswerk". Die undotierte Auszeichnung wird seit 2004 jährlich von dem "medium magazin" vergeben. Alle weiteren Ergebnisse der diesjährige Wahl werden am 21. Dezember veröffentlicht. Neben der Kategorie "Lebenswerk" wird der Preis in 10 weiteren Sparten vergeben.
In der Begründung der Jury heißt es: "Wallraffen - wer kann schon in unserer Branche von sich behaupten, dass dem eigenen journalistischen Tun ein Sprachdenkmal gesetzt wurde? Mit seinen legendären Undercover-Einsätzen wurde Günter Wallraff zum Vorbild zahlreicher Journalistinnen und Journalisten und hat ein eigenes Genre geprägt. Für die einen ist er ein mutiger Gerechtigkeitskämpfer, für die anderen eine Ikone des Investigativjournalismus. Eindeutig ist: Wallraff ist es immer wieder in herausragender Weise gelungen, mit seinen aufsehenerregenden Recherchen den Schwachen der Gesellschaft eine Stimme zu geben. Auf seinen Erfolgen als Türke Ali oder "Bild"-Reporter Hans Esser hat er sich aber nie ausgeruht. Auch heute noch deckt der 80-Jährige mit seinem "Team Wallraff" (RTL) weiter Missstände auf - wie zuletzt die katastrophalen hygienischen Zustände bei der Fast-Food-Kette Burger King. Ein journalistischer Leuchtturm mit fortdauernder Strahlkraft."
Die Jury
Die Jury des Preises "Journalistinnen und Journalisten des Jahres" setzt sich aus rund 100 Personen aus folgenden Bereichen zusammen:
- Die Leiter und Leiterinnen wichtiger journalistischer Ausbildungsstätten (wie z.B. Henri-Nannen-Schule, Axel Springer Akademie, Deutsche Journalistenschule, RTL-Journalistenschule).
- Professionelle Medienbeobachter aus der Tagespresse, elektronischen Medien und Branchendiensten.
- Journalistinnen und Journalisten, die in ihrer langjährigen beruflichen Laufbahn ausgewiesen für ein hohes journalistisches Qualitätsniveau stehen.
- Der oder die jeweilige „Journalist/in des Jahres“ kann nicht wieder gewählt werden, sie sind daher eingeladen als Dauermitglieder der Jury.
- Die ersten Preisträger und Preisträgerinnen in jeder Kategorie aus dem Vorjahr. Sind sind einmalig eingeladen, in der Jury mitzuwirken.
- Seit 2013 auch die jeweiligen Nachwuchstalente „Top 30 bis 30“ des laufenden Jahres.
Günter Wallraff
Günter Wallraff wurde 1942 in Burscheid geboren. Nachdem er das Gymnasium nach der 10. Klasse verließt, begann er eine Buchhändlerlehre, die er 1962 abschloss. Ein Jahr später wurde er - aufgrund eines zu spät eingereichten Kriegsdienstverweigerungs-Antrags - zur Bundeswehr einberufen. Seine dort notierten Erlebnisse - inklusive Aufenthalt in der geschlossene neurologisch-psychiatrische Abteilung - veröffentlichte er zunächst 1964 in der Jugendzeitschrift "Twen", später (1982, 1994) in zwei Buchausgaben.
Wallraff erlangte durch seine Reportagen über diverse Großunternehmen, die "Bild"-Zeitung und verschiedene Institutionen große Bekanntheit. Dabei bedient er sich der Methode des investigativen Journalismus, schlüpft er in unterschiedliche Rollen, um Missstände aufzudecken. Seine Recherchen veröffentlichte er in Büchern wie "Der Aufmacher. Der Mann, der bei „Bild“ Hans Esser war", in welchem er seine dreimonatige Arbeit in der Lokalredaktion der BILD-Zeitung in Hannover beschrieb. Wallraff arbeitete als türkischer Gastarbeiter in verschiedenen Unternehmen, unter anderem bei McDonald´s und bei Thyssen ("Ganz unten"). Für eine Zeit-Recherche arbeitete er in einem Callcenter, später bei dem Unternehmen GLS (General Logistics Systems), dem er anschließend Lohndumping und desolate Arbeitsbedingungen vorwarf. In dem 2009 erschienen Film "Schwarz auf Weiß – eine Reise durch Deutschland" reist Wallraff mit dunkler Hautfarbe durch Deutschland, um rassistische Tendenzen und Äußerungen aufzudecken.
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