Die britische Schriftstellerin und Booker-Preisträgerin Hillary Mantel ist tot. Wie das Verlagshaus HarperCollins mitteilte, sei die Autorin "plötzlich, aber friedlich" im Kreise ihrer Familie gestorben. Mantel wurde 70 Jahre alt.
Mit ihren historischen Romanen wurde sie weltberühmt. Für ihren Bestseller "Wölfe" wurde sie 2009 mit dem höchsten britischen Literaturpreis, dem Booker-Preis ausgezeichnet. Drei Jahre später, 2012, erhielt sie den Preis ein weiteres Mal für ihren Roman "Falken". Mantels letztes Buch, der Erzählband "Learning to Talk", erschein 2022.
Der Verlag HarperCollins beschrieb die Autorin als eine der größten englischen Romanautorinnen dieses Jahrhunderts. "Ihre geliebten Werke gelten als moderne Klassiker. Sie wird sehr vermisst werden", hieß es gegenüber der britischen Nachrichtenagentur PA.
Hilary Mantel
Mantel wurde 1952 in Glossop, eine Stadt in der englischen Grafschaft Derbyshire, geboren. Sie wuchs in einer irischen-katholischen Familie auf. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften an der "London School of Economics and Political Science" und der "University of Sheffield", lebte sie mit ihrem Ehemann Gerald McEwen ab 1977 zunächst fünf Jahre in Botswana, anschließend vier Jahre in Dschidda in Saudi-Arabien.
1985 erschien Mantels erster Roman "Every Day is Mother's Day" ("Jeder Tag ist Muttertage"). Für ihren 2009 erschienen Roman "Wolf Hall" ("Wölfe") erhielt sie den Booker-Preis. Die "Royal Shakespeare Company" brachte "Wolf Hall" 2013 in "Stratford upon Avon" auf die Bühne. 2015 folgte eine gleichnamige Fernsehserie auf BBC Two.
Mantel erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Neben dem Booker-Preis unter anderem 1996 den "Hawthornden-Preis", 2006 den "Commonwealth Writers’ Prize" und den "Orange Prize for Fiction". Im selben Jahr wurde sie mit dem "Komturkreuz" des "Order of the British Empire" ausgezeichnet. 2014 wurde Mantel von der Königin Elisabeth II. zur "Dame Commander" des "Order of the British Empire" ernannt, seit 2014 hängt ein Bild von ihr in der British Library.
Mantel erlangte als Autorin historischer Romane weltweite Bekanntheit. Insbesondere trug dazu ihre Tudor-Trilogie bei, die sich aus den Bänden "Wölfe", "Falken" und "Spiegel und Licht" zusammensetzt. Darin erzählt sie vom Aufstieg des englischen Staatsmannes Thomas Cromwells am Hofe Heinrich VIII. Andere wichtige Themen in ihrem Werk waren die "faulen Kompromisse der Volkskirche" sowie die "panischen Phantasien des islamischen Fundamentalismus".
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