Abenddämmerung

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Es dämmert. Die Nacht bricht langsam herein und ich verspüre inne tiefe Ruhe.

Es hat etwas Magisches hier im Wald zu stehen. Den Blick auf die kaum noch am Horizont erkennbare Sonne gerichtet. Der Mond, die Dunkelheit im Rücken.

Es gibt mir ein wohliges Gefühl, hier, inmitten der Wende des Tages zu stehen.

Der leichte Regen, der mein Haar nun erreicht, nachdem er die orangenen Blätter der Laubbäume berührt hat.

Das leise Prasseln des Regens auf die, durch den Tag, die Sonne, ausgetrockneten Blätter. Man kann, zwar leise, aber dennoch wahrnehmbar, die Motorengeräusche der Autos hören, die auf der Landstraße den vermutlich letzten Weg für heute zurücklegen.

Es ist kühl, aber noch nicht so kalt, dass ich zu frieren beginne.

Und langsam bricht die Nacht mit ihren dunklen Schatten herein und ich mache mich auf den Weg nach Haus.







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