Reichsbürgerbewegung ist ein Sammelbegriff für eine organisatorisch und ideologisch sehr heterogene Szene aus meist Einzelpersonen, seltener teilweise sektenartigen Klein- und Kleinstgruppen, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland als legitimer und souveräner Staat bestreiten sowie seine Repräsentanten und die gesamte deutsche Rechtsordnung fundamental ablehnen. Zu den von sogenannten Reichsbürgern vertretenen Ideologien gehören oft die Ablehnung der Demokratie, Ideologieelemente des Monarchismus, Rechtsextremismus, Geschichtsrevisionismus und teilweise Antisemitismus, Esoterik bzw. Rechtsesoterik oder die Leugnung des Holocausts. Sie teilen eine Haltung der Ablehnung einer offenen und pluralistischen Gesellschaft und weigern sich, unter anderem Steuern und Bußgelder zu zahlen oder Gerichtsbeschlüsse und Verwaltungsentscheidungen zu befolgen. Dabei berufen sich die ursprünglichen Reichsbürger darauf, dass das Deutsche Reich statt der Bundesrepublik weiterhin fortbestehe, entsprechend ihrer Ideologie entweder in den Grenzen des Deutschen Kaiserreichs oder in denen von 1937. Dieses Deutsche Reich werde als Organisation durch eine „kommissarische Reichsregierung“ (KRR) oder Ähnliches vertreten, deren Befugnisse die oft miteinander konkurrierenden Gruppen jeweils für sich beanspruchen.

Die „Reichsbürger“-Szene entstand in den 1980er Jahren und tritt seit 2010 verstärkt in Erscheinung, einzelne Akteure seit 2013 auch mit gewaltbereiter Militanz. Der Szene zugeordnet werden ebenso die in den 2010er Jahren vermehrt auftretenden sogenannten Selbstverwalter, die behaupten, durch einseitige Erklärungen aus der Bundesrepublik und ihrer Gesetzgebung austreten zu können. Dabei beziehen sie sich allerdings nicht unbedingt auf das Deutsche Reich. Die Innenbehörden bezeichnen daher die gesamte Szene als „Reichsbürger und Selbstverwalter“. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) rechnet dem Spektrum etwa 25.000 Personen zu.

Quelle: Wikipedia

Reichsbürger

In diesem Jahr erschien der lang erwartete neue Roman des Dresdner Schriftstellers Uwe Tellkamp. In einer Diskussion am Donnerstag sprach der Autor mit Ministerpräsident Michael Kretschmer über Corona, Medien und die Reichsbürger-Szene. In diesem Jahr erschien der lang erwartete neue Roman des Dresdner Schriftstellers Uwe Tellkamp. In einer Diskussion am Donnerstag sprach der Autor mit Ministerpräsident Michael Kretschmer über Corona, Medien und die Reichsbürger-Szene. Bild: Smalltown Boy / Wikipedia
Debatte

Uwe Tellkamp zieht Vergleich zwischen Klimaaktivisten und Reichsbürger-Szene

Der Schriftsteller Uwe Tellkamp bezweifelt, dass es Umsturzpläne innerhalb der "Reichsbürger"-Szene gibt. "Woher wissen Sie, dass das so ist?", fragte der Autor am Donnerstag im Zuge einer Diskussion, die nach einer Lesung aus seinem aktuellen Roman "Der Schlaf der Uhren" stattfand. Auch Zog Tellkamp einen Vergleich zwischen Klimaaktivsten und der Reichsbürger-Szene. Die einen würden gehätschelt, die anderen angegangen.
Hitler hat überlebt! Die Juden planen die Weltherrschaft! Nichts geschieht zufällig! Alles ist das Ergebnis geheimnisvoller Machenschaften. Hitler hat überlebt! Die Juden planen die Weltherrschaft! Nichts geschieht zufällig! Alles ist das Ergebnis geheimnisvoller Machenschaften. Bild: DVA
Sachbuch

An allem sind die Juden schuld

Die nachweislich auf Fälschungen beruhenden "Protokolle der Weisen von Zion" gelten in antisemitischen Kreisen nach wie vor als ein Belegdokument dafür, dass wir es mit einer jüdischen Weltverschwörung zu tun haben. Gerade in aufgeheizten, unsicheren Zeiten wie die unsere eine ist, blüht das fatalistische Verschwörungsdenken wieder auf. Menschen suchen Sicherheit im Absoluten, sehnen sich danach, einem engen Kreise von Auserwählten anzugehören und somit Teil einer kleinen, wissenden Gemeinschaft ...

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