Radikalisierung beschreibt den Prozess, in dem ein Individuum oder eine Gruppe radikale oder extreme politische, soziale oder religiöse Einstellungen und Überzeugungen entwickelt oder übernimmt und sich gegebenenfalls eine dementsprechende Ideologie zu Eigen macht. Es handelt sich dabei nicht um eine einmalige, isolierte Entscheidung, sondern eine graduelle Entwicklung, die schrittweise und kumulativ zu Veränderungen des politischen, sozialen oder religiösen Denkens, des Handelns gegenüber Mitmenschen und gesellschaftlichen Institutionen, des sozialen Umfelds, der Lebensplanung sowie der Persönlichkeitsstruktur führen und im Ergebnis in Extremismus, Gesellschaftsfeindschaft und Befürwortung von oder sogar Beteiligung an verfassungsfeindlichen, revolutionären, kriegerischen oder terroristischen Akten münden kann. Die vertretenen Meinungen weichen laut Sanne B. Geeraerts in der Folge immer weiter von den vorherrschenden ab, während es dem im Prozess der Radikalisierung befindlichen Individuum immer schwerer falle, gegensätzliche Meinungen zu akzeptieren. Dieser Prozess sei nicht eindimensional, sondern von verschiedenen Faktoren abhängig.[1]

Im Zuge der Rekonzeptualisierung von Radikalisierung als ein individueller oder kollektiver (Gruppen-)Prozess, durch den, meistens in einer Situation politischer Radikalisierung, normale Methoden des Dialoges, Kompromisses und der Toleranz zwischen politischen Akteuren und Gruppen mit unterschiedlichen Interessen aufgegeben werden, kann es, von einer oder von beiden Seiten in einer Konflikt-Dyade[2] zu Gunsten einer wachsenden Einsatzbereitschaft, dazu kommen, dass konfrontative Taktiken beim Austragen des Konfliktes betrieben werden.

Quelle: Wikipedia

Radikalisierung

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