Die Erzählperspektive eines erzählenden Textes (Epik) ist eine Antwort auf die Frage „Wo sieht und spricht der Erzähler?“ oder auch „Was kann der Erzähler wissen?“. In der Literaturwissenschaft gibt es, entsprechend den verschiedenen Erzähltheorien, auch zahlreiche Modelle von Erzählperspektiven. Die Erzählperspektive kann von der Erzählhaltung unterschieden werden. Die Erzählperspektive beschreibt, wie und aus welcher Sicht erzählt wird, die Erzählform sagt, wer erzählt bzw. in welcher Person erzählt wird.[1]
Erzählen ist für den Menschen eine grundlegende Form der Wirklichkeitserfahrung. In jeder Erzählung wird ein Segment der Wirklichkeit zu einer Geschichte zusammengefügt und in perspektivierter Form, etwa als fiktionale Realität[2], wiedergegeben und damit im sozialen Raum transportiert. Das bedeutet, dass die Auswahl und Darstellung des Geschehens als den Teil der Wirklichkeit stets vom metaphorisch gesprochenen „Blickwinkel“ bzw. der „Sicht“ oder „Sichtweise“ sowie dem „Wissen“ der jeweiligen Erzählinstanz (= dem versprachlichenden Subjekt) abhängen müssen. Eine Wirklichkeitserfahrung, die versprachlicht reproduzierbar wurde, ist ohne Perspektive nicht denkbar.[3]
Quelle: Wikipedia