Ngũgĩ wa Thiong’o (Aussprache auf Kikuyu: ᵑɡoɣe wá ðiɔŋɔ, * 5. Januar 1938 in Kamiriithu, Limuru, Kenia; † 28. Mai 2025[1] in Buford, Georgia, Vereinigte Staaten) war ein kenianischer Schriftsteller und Kulturwissenschaftler. Er schrieb zunächst auf Englisch, seit 1977 aber in seiner Erstsprache Kikuyu, die vom gleichnamigen Volk gesprochen wird. Ngũgĩ galt als einer der bedeutendsten Schriftsteller Ostafrikas.[2] Sein literarisches Werk, das rund sechs Jahrzehnte umspannt, dokumentierte vor allem Kenias Wandel von einer Kolonie zu einer Demokratie.[3] Ngũgĩ lehrte Vergleichende Literaturwissenschaft unter anderem an der Yale University, an der New York University und an der University of California, Irvine.

Ngũgĩs Familie wurde wegen des Mau-Mau-Aufstands gefangen genommen, sein Stiefbruder starb und seine Mutter wurde gefoltert. Sein Bruder Gitogo wurde während des Mau-Mau-Aufstands von einem britischen Soldaten erschossen, weil er einen Befehl nicht gehört hatte – Gitogo war taub.[3] Als er die englischsprachige Missionsschule Alliance High School im Ort Kikuyu besuchte, wurde er ein gläubiger Christ. Danach studierte er an der Makerere-Universität in Uganda und an der University of Leeds im Vereinigten Königreich. Während einer Konferenz an der Makerere-Universität hatte er sein Manuskript dem nigerianischen Autor Chinua Achebe gezeigt, der es an seinen britischen Verlag weiterleitete.[3] Dort veröffentlichte er 1964 seinen ersten Roman Weep Not, Child, der von einem Jungen vor dem Hintergrund des Mau-Mau-Aufstands handelt. Es handelte sich dabei um den ersten englischsprachigen Roman eines Afrikaners, der in Ostafrika erschien und ein wichtiger Bestandteil des antikolonialen Widerstands wurde.[4]

Quelle: Wikipedia

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