Eine Ideologie (von französisch idéologie; zu altgriechisch ἰδέα idéa, hier „Idee“, und λόγος lógos „Lehre, Wissenschaft“ – eigentlich „Ideenlehre“)[1] ist eine umfassende Weltanschauung oder ein Deutungsmuster, das gesellschaftliche Rahmenbedingungen in einer bestimmten, interessegeleiteten und damit einseitigen, bis hin zu einer verzerrten Art und Weise auffasst. Sie kann sich dabei auf die gesamte Gesellschaft beziehen oder auf Teilaspekte wie Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion oder Geschichte. Ideologien berufen sich auf Kriterien wie Wahrheit, Angemessenheit, Notwendigkeit oder Plausibilität.[2] Sie bestehen unter anderem aus Ideen, Erkenntnissen, Kategorien und Wertvorstellungen und können gesellschaftliche Normen, Interessen oder Machtverhältnisse rechtfertigen.[3]
Ideologische Deutungsmuster sind nicht auf politische Lehren beschränkt, sondern können auch nationale, kulturelle, wirtschaftliche oder religiöse Vorstellungen einschließen. Insofern können auch Religionen ideologisch wirksam werden, wenn religiöse Überzeugungen zur umfassenden Begründung weltlicher, sozialer oder politischer Ordnungen herangezogen werden. Beispiele hierfür sind religiöser Fundamentalismus im Christentum oder der Islamismus, der nicht mit der Religion Islam verwechselt werden darf. Religionen lassen sich jedoch nicht pauschal als Ideologien bezeichnen, da sie auch spirituelle und metaphysische Dimensionen umfassen, die nicht notwendig auf die Rechtfertigung gesellschaftlicher oder politischer Ordnung gerichtet sind.
Quelle: Wikipedia