Indie-Perle des Monats: Flieda Green - Danke lieber Ex! Die Reise ins Ich

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Flieda Green liefert uns in diesem Monat mit dem Beziehungsroman "Danke lieber Ex!" einen vergnüglichen Trip in die Psyche einer verlassenen Frau.

Der Hang zum Ex ist in Deutschlands offenbar weit verbreitet. Eine Untersuchung der Partnervermittlung Parship brachte jetzt zu Tage, dass 50 Prozent der Singles den oder die Ex nach wie vor als ihre große Liebe betrachten. Immerhin Frauen 47 % der Frauen idealisieren ihren Verflossenen im Nachgang als ihren Traummann.

So wie Flieda, die Haupt-Protagonistin des Romans DANKE LIEBER EX!“. Drei Säulen - so glaubt sie - braucht es, um glücklich zu sein: Freunde/Familie, Beruf(ung), Liebe. Und auf wenigstens zweien davon sollte das eigene Leben ruhen. Sonst wird es schwierig mit dem Glück. Flieda kann davon ein Lied singen. Oder besser gesagt: unendliche Dialoge führen.

Und darum geht’s:

Flieda, Mitte 30, hat sich von Max getrennt und schnell die gemeinsame Wohnung verlassen. Nun plagt sie ein nicht enden wollender Trennungsschmerz. Um diesen zu überwinden, beginnt sie mit Max zu reden. Denn Max ist immer (noch) in ihr. Alle Dialoge spielen sich in ihrem Kopf ab und beschäftigen sich mit Loslassen, Festhalten wollen, Freiheit, Abkapseln…

Flieda: „…Ich habe Wachstumsschmerzen.

Max: „Wachstumsschmerzen. Aha, was genau wächst da?“

Flieda: „Mein inneres Selbst.“

Max: „Ok.“

Frieda: „Ja genau. Denn ich habe noch nie so lange nur über mich nachgedacht. Mich nur mit mir beschäftigen müssen…“

Das Problem: Anders als Flieda hat sich Max schnell mit einer neuen Frau getröstet. Das macht die Situation nicht einfacher. Fast alle ihre Freundinnen bekommen Kinder oder haben welche. Außerdem ist sie mit ihrem Job als TV-Redakteurin beim Kinderfernsehen unzufrieden. Sie kündigt. – Wieder eine Glücksäule weniger!

Doch Flieda versucht, es locker zu nehmen. Sie trifft sich mit weiter mit Freunden, hat auch mal einen One Night Stand, fährt nach Berlin, besucht ihre Oma – im Wesentlichen träumt sie aber weiter von Max und dem, was war, und was hätte sein können.

Aber wie immer, Zeit heilt Wunden. Von Tag zu Tag, von Woche zu Woche geht es Flieda besser. Sie löst sich, lernt über die Love App den 21jährigen Jonas kennen. Er wird für kurze Zeit ihr Lover. Zwischendurch denkt sie noch, dass sie schwanger von ihm ist. Ist sie aber nicht.

Als Max Vater wird und heiratet, stört Flieda das nicht mehr. Denn zu guter Letzt findet sie im Fernsehproduzenten John ihre neue große Liebe, einen Job hat sie damit auch wieder. Also, Ende gut, alles gut: Die drei Säulen des Glück stehen wieder fest…

Fazit: Der Roman liest sich trotz der 316 Seiten – unterteilt in 54 Mini-Kapitel - schnell weg. Die Idee mit den inneren Dialogen ist literarisch nicht neu, aber witzig umgesetzt. Viele Stellen und Situationen sind sehr erheiternd. Aber viele eben auch nicht. Vielleicht ein Tipp für den zweiten Roman: Weniger ist manchmal mehr.

 

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